W. Weilenmann
Dr. med. dent.
Walter Weilenmann
eidg. dipl. Zahnarzt
dipl. Natw. ETH
Mitglied SSO, SSGS
und SSO-Zürich.

KOMPOSIT und grosse Füllungen

Abgebrochene Höcker und Zähne: kein Problem!

Wenn Zahnhöcker und ganze Kronen abbrechen, werden grosse Füllungen nötig.
Sie werden mit verschiedenen Techniken im Mund hergestellt und können problemlos alle Formen annehmen, die man bei Porzellanarbeiten unterscheidet: Inlay, Onlay, Overlay, Veneer, Laminate, Facette, Höckerüberdeckung, Teilkrone, Aufbau, Stiftzahn, Stiftkrone usw.


Frontzähne

Ersatz eines herausgefallenen Stiftzahns

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78-jährige Patientin (16.05.2012 / 5480)

Der alte Stiftzahn ist herausgefallen. Ein neuer ist problematisch, weil der Zahn nur noch wenig Substanz hat. Die Reparatur dauerte 80 Minuten (inklusive Fotos). Kosten: Fr. 440.--.

1: Ein Titan-Stift wird in die Wurzel zementiert.

2: Das Zahnfleisch wird schonend zurückgehalten, damit die ganze Wurzel zum Vorschein kommt.

3: Stand nach der zweiten Portion Komposit.

4: Stand nach der vierten Portion Komposit.

5: Schlussbild von hinten.

6: Schlussbild von vorne.

Assistentin: Frau B. Witzgall


Reparatur eines quer frakturierten Frontzahns

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65-jähriger Patient (29.10.2012 / 1595)

Die Zahnkrone ist bei einem Biss in ein Gipfeli abgebrochen und schmerzt nicht.



links: Die Wurzel mit unversehrtem Nerv.

rechts: Die Krone mit einer rundum einpräparierten Rille.

Eine gleiche Rille wurde auch auf dem Zahn im Mund präpariert.







links: die abgebrochene Krone von hinten...

Mitte: ... und von vorne.

rechts: Schlussbild von vorne.



Die Reparatur dauerte 50 Minuten. Kosten: Fr. 230.--.


Der verlorene Stiftzahn - Beispiel für die Retentionen

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84-jähriger Patient (07.05.2013 / 345)

Der verlorene Stiftzahn ist eine häufige Erscheinung bei Patienten mit viel Karies. Das Dentin ist jeweils bis tief unter die Gingiva und im Wurzelkanal aufgeweicht.

links: Ansicht von mesial.

rechts: Ansicht von distal.

Arbeitszeit: 60 Minuten inklusive Anpassung an die Teilprothese.

strategische Bedeutung: Status


Der erodierte Frontzahn

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54-jährige Patientin (03.11.2012 / 6169)

Der erodierte Frontzahn ist eine häufige Erscheinung bei Leuten, die viel Rohkost und Früchte essen. Erodierte Zähne werden mit den Jahren emfpindlich, weil das Dentin über dem Nerv immer dünner wird. Solche Defekte lassen sich heute sehr leicht mit Komposit reparieren.

Die blauen Flecken sind Reste vom Poliergummi und fallen von selber nach kurzer Zeit ab.

Gesamte Arbeitszeit: 30 Minuten.

Zerstörter Prämolar

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52-jähriger Patient (25.06.2015 / 5336)

Der Patient hat den Zahnarzt viele Jahre lang nicht mehr besucht. Nun getraute er sich wegen der Zahnlücke nicht mehr zu lachen.

oben links: Röntgenbild der vor mehreren Jahren abgebrochenen Zahnwurzeln.

oben Mitte (11:31 Uhr): Die Wurzelobefläche ist gereinigt. Ein Parapulpärschräbchen ist gesetzt, das andere ist wieder ausgerissen. Dies ist der schwierigste Teil der Behandlung, weil hier der Bohrer leicht ausschlagen und das Zahnfleisch verletzen kann.

oben rechts (11:40 Uhr): Der Drahtbogen und das ausgrissene Parapulpärschrächen sind einpolymerisiert. Wegen den kurzen Wurzeln konnten keine Wurzelkanalstifte gesetzt werden.

unten links (11:56 Uhr): Der Drahtbogen ist mit Komposit eingepackt.

unten Mitte (12:00 Uhr): Der Patient beisst auf das noch weiche Komposit (Evoflow® von Ivoclar/Vivadent).

unten rechts (12:25 Uhr): Der fertige Aufbau.

Gesamte Arbeitszeit: 90 Minuten.


Prämolaren


Tiefes Loch in einem Prämolar

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83-jährige Patientin (17.09.2014 / 2156)

Die Patientin hat unbemerkt ein riesiges Loch bekommen. (Die Bilder stehen auf dem Kopf, damit man sie optisch leichter verstehen kann.)

links: Nach der Reinigung war die Krone nur noch ganz dünn, und die beiden Wurzeln berührten sich kaum noch. Zum besseren Halt bekamen sie je eine Parapulpärschraube. Eine wurde von bukkal ganz flach eingeschraubt. So konnte die Krone erhalten werden.

besondere Parapulpärschrauben

Mitte: Die zweite Portion.

rechts: Die zweit-letzte Portion.


abgebrochener vitaler Prämolar

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88-jährige Patientin (25.11.2014 / 383)

Der Patientin ist ein oberer Fünfer ohne Schmerzen abgebrochen. Er hatte keine Karies. Offenbar ein Ermüdungsbruch.

links: Der abgebrochene Zahn.

Mitte: Diese Retentionen genügen zum Aufbau. Bei der Präparation hat die Patientin einen kleinen Schmerz gespürt. Der Nerv ist also trotz des "Totalschadens" immer noch lebendig!

rechts: Der fertige Aufbau.

Arbeitszeit: 46 Minuten.
Preis: CHF 258.-- (Sozialtarif)

Höckeraufbau Prämolar

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56-jähriger Patient (09.08.2012 / 1474)

Bei diesem Zahn ist der bukkale Höcker abgebrochen (Horizontale Fraktur).

Höckeraufbau in 3 Schichten

oben von links nach rechts (Tetric):

  • 8:56 - Der Zahn ist fertig vorbereitet für den Aufbau.
  • 9:00 - Die 1. Schicht breit und dünn verteilt.
  • 9:05 - Die 2. Schicht vor der Modellierung.
  • 9:07 - Die 2. Schicht gehärtet.
Jetzt wird der Kofferdam entfernt.

unten von links nach rechts (EvoCeram):

  • 9:12 - Die 3. Schicht nach dem Draufbeissen.
  • 9:15 - 3. Schicht modelliert und nochmals draufgebissen.
  • 9:23 - 3. Schicht angefärbt.
  • 9:29 - fertig eingeschliffen. Ansicht von bukkal.


Reparatur eines schwer beschädigten Prämolaren

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51-jährige Patientin (16.05.2012 / 549)

1: Nadelbild des +5 vom 25.2.1998.
2: Distaler Rand subgingival, kein Halt für eine Matrize.
3: zementierter Mooser-Stift (Titan).
4: Die erste Schicht Syntac/Tetric-transparent.

5: Zweite Schicht. Der Aufbau erfolgt ohne Formhilfe.
6: Schlussbild von bukkal.
7: Schlussbild von palatinal.


Reparatur nach Verlust einer Krone

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77-jährige Patientin (25.08.2014 / 6512)

Anamnese (links): Röntgenbild des Notfallzahnarztes vor 1 Woche, nachdem die Patientin eine Krone verloren hat.
Die dunkle Stelle im Knochen am linken Rand der Wurzel ist keine parodontale Tasche, sondern ein Burnout (=Täuschung auf dem Röntgenbild, weil die Wurzel etwas schräg geröntgt worden ist).
Obwohl Bakterien im Wurzelkanal sind, ist der Apex sauber und braucht es demzufolge keine Wurzelbehandlung!

Anfangsbild (Mitte): Der kariöse Wurzelrest.

blutungsfreie Exkavation (rechts): Nach der bimanuellen Präparationtechnik werden der Kofferdam und mesial ein Faden gelegt.

Retention (liennks): Wurzelstift (Mooser-T1), zwei Parapulpärschräubchen (Filpin 0.6 mm), einige Retentionsrillen. Retentionsrille Retentionsrillen öffnen zusätzliche Dentinkanäle, in die Kunststoff eindringt (Tags).

Schlussbild (rechts): Der Zahn zeigt eine leicht erhöhte Beweglichkeit, jedoch keinen Belastungs- oder Druckschmerz. (60 Minuten, CHF 440.-).


Tiefe Karies zwischen den Wurzeln

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69-jährige Patientin (23.10.2014 / 1543)

links oben: Die Patientin (69-jährig) hat ein kleines Loch seitlich vom unteren Stockzahn. Das Loch geht jedoch tief zwischen die Wurzeln. Die Patientin putzt sehr gut, wie das gesunde Zahnfleisch beweist. Aber wie reparieren?

links unten: Der Zahn wird von oben eröffnet. Es stellt sich heraus, dass der ganze Boden der Nervenkammer (=Cavumboden) verschwunden ist.

rechts unten: Ein Faden zeigt den Durchgang vom Cavumboden zur Aussenseite.

Mit der bimanuellen Präparationstechnik können solche Löcher ausgebohrt werden, ohne dass das Zahnfleisch verletzt wird, so dass es nicht blutet. Die Füllung kann nun ganz einfach gelegt werden, ohne dass das Zahnfleisch darunter leidet:

  • Zuerst wird flüssiger Leim hineingetröpfelt und mit Licht gehärtet (Syntac Primer - Syntac Adhesive - Heliobond).
  • Dann wird eine flüssige Füllungsmasse (Tetric flow) tropfenweise hineingestrichen und mit Licht gehärtet.
  • Zuletzt wird eine Schicht mit normalem Komposit darauf gelegt (Tetric) und gehärtet


Tiefe Karies bei Würgereiz

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59-jährige Patientin (12.06.2013 / 1222)

Patienten mit Würgereiz können sich die hinteren Zähne häufig nicht gut putzen. Auch der Zahnarzt muss in ihrem Mund darauf achten, dass er den Reiz nicht auslöst. Dies gelingt sehr gut mit der reizarmen Arbeitsweise.

Auch hier wurde (wie beim folgenden Fall) das Zahnfleisch anästhesiert und mit dem Elektrotom entfernt. Die Blutung war sehr kurz, und es konnte bereits nach einer kurzen Spülpause weiter gearbeitet werden.


Tief subgingivale Karies

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86-jährige Patientin (16.04.2013 / 1460)

Gingivektomie dient zur Freilegung einer Karies, wenn die Gingiva in das Loch hineingewachsen ist. Nach der Gingivektomie muss gewartet werden, bis die Blutung steht. Erst dann lässt sich die Füllung legen.

Hier wurde das Zahnfleisch nach einer TA mit Peripress mit einem Elektrotom entfernt. Nach etwa 5 Minuten stand die Blutung. Aber wärend der Applikation von Syntac und Tetric sickerte immer wieder etwas Blut aus der Wunde. Deshalb wurde der Zahn zwischen den Insertionen mehrmals abgesprayt und getrocknet. Es wäre sinnvoll gewesen, nach der Gingivektomie einen Tag zu warten statt nur 5 Minuten.

Beachte: Die Wurzelfüllung (rotes Material im Bild links) ist trotz der tiefen Karies immer noch in Ordnung!


Tief kariöse Wurzel mit Granulom

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42-jähriger Patient (09.05.2017 / 6794)

links:

Wie kann man eine solche Wurzel wieder aufbauen? Der Nerv ist abgestorben und voller Bakterien. Deswegen hat die Wurzel ein Granulom.

rechts:

  • Drei Parapulpärschrauben ersetzen den Stift
  • Der Guttaperchastift ist der Wegweiser zum Ledermix
  • Nun folgen Syntac, Heliobond und Flow. Letzteres wird mit etwas Tetric transparent verpresst.
  • Der Aufbau wird frei modelliert

Molaren


Reparatur eines maximal zerstörten Molars

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55-jährige Patientin (16.01.2013 / 3156)

Bild 1: Man kann die drei Wurzeln des Zahnes gut sehen.

Bild 2: 1. Schicht mit Syntac/Tetric. Die Ränder sind mit Evofill ergänzt.

Bild 3: 2. Schicht mit Tetric.

Bild 4: 3. Schicht und fertig.


Reparatur eines extrem beschädigten Molaren

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1: So sieht das Loch gar nicht so gross aus.
2: Auch von der Wange her gesehen ist das Loch recht klein.
3: Erst wenn man in das Loch hinein leuchtet, wird der Schaden klar.
Beachte: Die Wurzelfüllung ist immer noch gut (3 rote Punkte).
4: Das ist der Gegenzahn.
5-9: Stand nach der 1., 2., 3., 4. und 5. Portion.

83-jährige Patientin (04.06.2012 / 459)

Extrem zerstörte Zähne sind bei älteren Menschen durchaus erhaltenswürdig. Die 83-jährige Patientin hat sich lange überlegt, ob sie das Loch flicken lassen soll oder nicht. Mit der Zeit hat der Wunsch überwogen, den Zahn zu erhalten.
Dies war kein sonderliches Problem, denn die Wurzeln sind alle fest.
Hätte sie das gewusst, so wäre sie wahrscheinlich früher gekommen.

Das Wichtigste bei solchen Reparaturen ist, die Karies sauber zu entfernen ohne das Zahnfleisch zu verletzen. Das geht nur bei einer ganz ruhigen Arbeitsstimmung. Darauf hat die Dentalassistentin einen massgebenden Einfluss!

Die Reparatur dauerte 50 Minuten (inklusive Fotos). Kosten: Fr. 306.--.

Assistentin: Frau N. Krizanac-Taneva


Rettung eines wichtigen Molaren

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93-jähriger Patient (06.11.2014 / 5256)

Anamnese: Bei diesem 93-jährigen Patienten hielt die obere Prothese plötzlich nicht mehr gut. Der Grund lag beim Klammerzahn 7+. Er war abgebrochen und hielt nur noch "an einem Faden". Der Schaden konnte in nur 40 Minuten repariert werden! Der Zahn hat nie geschmerzt.

oben:

  • links: Die abgebrochene Molarenkrone.
  • Mitte: Status nach der Behandlung. Der grün gezeichnete Molar links oben im Bild wurde in 40 Minuten neu aufgebaut.
  • rechts: Die Prothese, die nicht mehr hielt.
Mitte:
  • links: Die exkavierte Wurzel - ca. 5 mm subgingival! BEACHTE: es sind keine Wurzelkanäle sichtbar!
  • Mitte: Drei Parapulpärschräubchen.
  • rechts: Die erste Schicht Tetric Flow.
unten:
  • links: Das vierte Inkrement.
  • Mitte: Das füfte Inkrement. Der Patient trägt die Prothese und beisst zusammen. Die Drahtklammer berührt das Komposit.
  • rechts: Der fertige Aufbau nach der Politur.

die wichtigste Stelle erklären


Rettung eines Molaren

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46-jährige Patientin (30.11.2015 / 6749)

Anamnese: Diese Patientin hat sich seit vielen Jahren gewünscht, dass der Molar einst wieder repariert werden könne. Sie konnte ihn mit Schwinggabeln stabilisieren, so dass die Wurzel stets ruhig und stabil blieb.

oben:

  • links: Die fertig gereinigten Wurzeln. Die Wurzelkanäle haben nicht gerochen, die Karies war nicht tief.
  • rechts: Die drei Parapulpärschräubchen hielten auf Anhieb.
unten:
  • links: Das Röntgenbild zeigt kein Granulom, und die Wurzel schmerzt bei Belastung nicht.
  • Mitte: Die zweite Portion überdeckt die Gingiva zwischen den Wurzeln.
  • rechts: Der fertige Aufbau nach der Politur.


Ersatz einer abgefallenen Krone

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60-jährige Patientin (17.04.2013 / 1945)

links: Die Patientin hat die Krone vermutlich verschluckt. Das Amalgam darunter war noch in Ordnung, musste aber entfernt werden, damit das Komposit besser klebt. Das Bild nach der Amalgamentfernung. Die vielen kleinen schwarze Punkte sind harmlose Quecksilber-Reste des Amalgams.

Beachte: die alte Parapulpärschraube, die das Amalgam gesichert hat, ist immer noch in Ordnung und konnte weiter verwendet werden.

rechts: die fertige Füllung. Die Parapulpärschraube schimmert knapp sichtbar durch. Dies beeinträchtigt das Komposit jedoch nicht.

Die Reparatur dauerte 50 Minuten.
Kosten: Fr. 340.--.


Zwillingsloch

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72-jähriger Patient (05.12.2016 / 1023)

links: Hier klemmten immer Speiseresten zwischen den beiden Zähnen 87-. Sie bewirkten bei beiden Zähnen Karies. Der Patient kam erst, als beim Zahn 7- (rechts im Bild) die beiden wangenseitigen Höcker abbrachen. Bei der Vorbereitung des Zahnes zeigte sich noch ein Riss (oder eine kleine Fraktur?) in der distalen Wurzel.

rechts: Bei beiden Zähnen waren die alten Wurzelfüllungen in Ordnung.

links: Um Speiseresten zu verhindern, wurden beide Zähne miteinander verbunden.

rechts: die fertigen Füllungen. Mit einer Curaprox-Bürste kann der Patient den Zwischenraum bequem putzen.

Die Reparatur dauerte 90 Minuten.
Kosten: Fr. 637.--.

Copyright © 2018 Icon W. Weilenmann
erstellt: 16.05.2012 - 08.09.2018