W. Weilenmann
Dr. med. dent.
Walter Weilenmann
eidg. dipl. Zahnarzt
dipl. Natw. ETH
Mitglied SSO, SSGS
und SSO-Zürich.

Mein Arbeitsstil

● Jeder Zahnarzt hat einen eigenen Arbeitsstil und arbeitet anders als alle anderen.
● Handfertigkeit, Erfahrung und der Zahnarzttarif sind wichtiger als Studium und Fortbildung.
● Der Arbeitsstil hat den grössten Einfluss auf die Preisleistung.
Die Therapiefreiheit

Zahnärzte dürfen frei ermessen, ob sie einen Zahn reparieren wollen oder nicht und ob eine Zahnlücke harmlos ist oder nicht. Es gibt dazu keine verbindlichen Regeln oder wissenschaftlichen Erkenntnisse, die den richtigen Entscheid definieren. Ein gutes Prinzip wären die drei Varianten "einfach, wirtschaftlich und zweckmässig" (vgl Empfehlung Kantonszahnarzt 2016), "mittel" und "luxuriös".

Zwei Grundhaltungen

Zahnarzt und Patient tendieren jedoch zu einer von zwei Grundeinstellungen, sodass die drei Varianten oft ähnlich sind:

  • TOP-DOWN: Man möchte alle Probleme finden und lösen und sucht eine umfassende Sanierung, die modernste Top-Lösung oder ähnlich. Beispiel: jemand hat Rheuma und geht zu einem ganzheitlichen Zahnarzt, der dann alle Zähne mit Zirkon-Implantaten und -Kronen ersetzen möchte und verspricht (natürlich ohne Garantie), dass dann auch das Rheuma verschwindet. Oder jemand hat einen Zahnunfall und bekommt einen Kostenvoranschlag zuhanden der Versicherung zur definitiven Lösung der kieferorthopädischen, parodontalen, ästhetischen und prothetischen Umstände, die nur gesamthaft eine sinnvolle und akzeptable Lösung ermöglichen.
  • BOTTOM-UP: Man möchte nur gezielt ein bestimmtes Problem lösen und sucht die denkbar kleinste und gerade noch wirksame Massnahme oder ähnlich. Beispiel: jemand (etwa ein Selbstbezahler) hat einen gebrochenen Zahn und möchte ihn unbedingt reparieren und keine Extraktion mit ganzheitlicher Ausleitung, keine Augmentierung mit biologischem Knochenersatzmaterial und resorbierbarer Membran, kein metallfreies Implantat und keine verschraubte Porzellankrone.
Mein Arbeitsstil

Ich arbeite "bottom-up". Auch grössere Sanierungen (wie Bisshebung usw.) mache ich schrittweise, wobei jeder Schritt wahlweise bleibt und minimal-invasiv ist.
Mein "gesunder Menschenverstand" sagt mir:
● Zahnlücken sind harmlos, wenn sie nicht stören.
● Auch bei Zähnen gilt im Prinzip: "kein Schmerz = gesund" (ausser bei den seltenen Tumoren).
● Kosmetische Wünsche sollten möglichst minimalinvasiv (= mit Komposit) erfüllt werden.
Aus Erfahrung weiss ich:
● Auch stark zerstörte Zähne lassen sich mit Komposit gut und dauerhaft reparieren.
● Am teuersten wird es, wenn man Zähne herauszieht.
● Die Langlebigkeit hängt nicht vom Preis ab. Auch teure Lösungen können nach kurzer Zeit schadhaft werden.

Was ihr nicht tut mit Lust, gedeiht euch nicht.
Shakespeare

Oder wie die heutige Psychologie sagen würde: "Instinkt überwiegt den Verstand bei weitem." Deshalb benutzt jeder Zahnarzt (und Mensch) seine Lieblingsargumente:

Angst-Marketing

• "Diese Lücke kann zu Kiefergelenkproblemen führen. Sie brauchen eine Brücke, ein Implantat oder eine Spange.
• "Wenn sie nichts machen, fällt der Zahn in zwei Jahren aus.

Unrichtige Argumente

• "Wollen Sie das Beste für ihr Kind? Dann müssen wir auch die hinteren Zähne regulieren."
• "Wenn nicht alle vier Höcker vorhanden sind, halten Füllungen nicht und braucht es eine Krone."
• "Dieser Zahn ist verloren, es braucht ein Implantat. Am besten gleich zwei und eine Brücke."

Handwerkliche Ungeduld verstecken

• "Ich versuch das Beste und mache noch ein Provisorium. Aber wahrscheinlich ist der Zahn verloren."

Betrieblicher Zwang

• Hat eine Praxis einen eigenen Zahntechniker, muss sie stets neue Kronen und Brücken etc. herstellen, egal, ob sie sachlich unbedingt notwendig sind oder nicht.

Die Preise klaffen immer auseinander

Diese Schwächen und ökonomischen Zwänge kosten Geld und Zahnsubstanz. Deshalb möchten viele Politiker die Medizin am liebsten selber regulieren und eine freie Honorarbildung ermöglichen (vgl EU im Kampf gegen die Gebührenordnung für Zahnärzte) . Das lustbedingte Therapieren ist jedoch urmenschlich und kann man nicht ausschalten.

Lösungen

Die beiden Arbeitsstile zahnerhaltend vs. zahnersetzend:

1) Zahnerhaltende, minimalinvasive Lösungen. Sie werden ohne Hilfe eines Dentallabors ausgeführt.

2) Minimalinvasive Lösung, auch ohne Dentallabor.

3) Zahnersetzende, aufwändige Lösungen, grosse Eingriffe, nur mit Hilfe von Dentallabors möglich.

Copyright © 2018 Icon W. Weilenmann
erstellt: 28.04.2015 - 10.09.2018