W. Weilenmann
Dr. med. dent.
Walter Weilenmann
eidg. dipl. Zahnarzt
dipl. Natw. ETH
Mitglied SSO, SSGS
und SSO-Zürich.

Externe Preisfaktoren

  • Externe Preisfaktoren sind die Sozialbehörden, Versicherungen, Rechtssysteme, Dentalindustrie und Dentallabors.
  • Einen weiteren Einfluss haben die Lebenskosten der Quartiere, Städte und Länder.
  • Die Universitäten vertreten eher zahnerhaltende, billigere (Genf) oder zahnersetzende, teurere (Zürich) Therapien bei.

Einfluss der Rechtssysteme:

  • Beispiel Deutschland: Die Zahnärzte werden sehr streng kontrolliert punkto Praxishygiene. Das verteuert die Behandlungen und führt zu noch mehr Stress, denn der "Feind", die Bakterien, ist unsichtbar. Und trotzdem haben die Menschen in Berlin mit 70 oder mehr Jahren meistens (!) keinen einzigen Zahn mehr im Mund. Es hat auch in Deutschland niemand beweisen können, dass die Patienten durch den erhöhten Hygieneaufwand in den Zahnarztpraxen bessere Zähne haben. Nur eines ist sicher: jemand verdient an der Hygiene, und die Patienten bezahlen sie.
  • Beispiel USA: Viele Juristen stellen sich zur Verfügung, einen Behandlungsfehler zu finden und einen hohen Schadenersatz zu fordern. Deshalb haben viele Behandlungen ein juristisches Nachspiel, obwohl der Patient gut versteht, dass ein Zahn nach einer Behandlung noch eine Weile empfindlich sein kann.
  • Beispiel Italien: Weil auch die Zahnärzte jegliche Steuern zu vermeiden suchen, wurden sie verpflichtet, die Behandlungen über einen PC abzurechnen. Nun stellen sie häufig zwei Rechnungen aus: eine viel zu niedrige als Kopie für den Zahnarzt und eine zweite für den Patienten, die er nach der Bezahlung fortwirft. Sie ist immer noch billiger als der offizielle Tarif.

Ländervergleich:


Die Zahnarzthonorare verschiedener Länder liegen weit auseinander. Bei billigen Angeboten sollten Sie darauf achten, dass man Ihnen die Zähne möglichst nicht extrahiert und sie möglichst nicht für Kronen und Brücken abschleift. Im Allgemeinen brauchen sorgfältige Arbeiten mehr Zeit als andere. Rasch durchgeführte grosse Arbeiten (etwa innert einer oder zwei Ferienwochen) sind deswegen verdächtig.

Einfluss der Universitäten

Die zahnmedizinischen Abteilungen der Universitäten haben in jeder Nation und in jedem Jahrzehnt wieder andere Meinungen. Nur knapp zehn Prozent des zahnärztlichen Wissens ist wissenschaftlich gesichert. Da bleibt viel Raum, der mit Behauptungen (Expertenmeinungen) und persönlichen Vorlieben etc. ausgefüllt wird.

Gegenwärtig herrscht an der UNI Zürich ein grosses Interesse an labor- und maschinengefertigten Techniken (Implantate, Cerec), und an der UNI Genf herrscht eher das handwerkliche vor (Komposit).

Einfluss der Dentalindustrie

Die Dentalindustrie wirft laufend neue Produkte auf den Markt. Die Absicht ist natürlich gewinnorientiert und nicht ethisch. Käufer sind vor allem Zahnärzte, die ihren Arbeitsstil ändern möchten. Die neuen Produkte sind aber meistens teuer, nicht ausgereift und verschwinden rasch wieder, bevor man viele Erfahrungen mit ihnen machen kann. Es gibt eine unüberschaubare Vielfalt von ähnlichen Materialien für Füllungen, Brücken, Abdrücke, Medikamente usw. Die Preise werden neuerdings von chinesischen Dentallabors und Firmen wie Dental-eshop.com (welche 2017 schon wieder eingegangen ist) massiv unterlaufen.
Ich persönlich habe den Verdacht, dass vor allem manuell ungeschickte Zahnärzte versuchen, Ihren Behandlungserfolg durch den Erwerb einer neuen Maschine oder neuer Hilfsmittel zu verbessern. Meine Erfahrung ist, dass die Kompositfüllungen vor 20 Jahren eine maximale Qualität erreicht haben und die Kosten der Kompositarbeiten durch die seither ständig zunehmende manuelle Geschicklichkeit im Umgang mit Komposit stetig sinken!
Copyright © 2018 Icon W. Weilenmann
erstellt: 03.04.2016 - 10.09.2018