W. Weilenmann
Dr. med. dent.
Walter Weilenmann
eidg. dipl. Zahnarzt
dipl. Natw. ETH

Mitglied SSO, SSGS
und SSO-Zürich.

Allgemeine Betrachtungen

Die Zahnmedizin umfasst verschiedene Fachgebiete. Sie betreffen psychologisch-soziale, handwerkliche, finanzielle und/oder organisatorisch-politische Fähigkeiten.

Dominanz der Frauen

Zahnärztliche Fachgebiete
  • Präventive Zahnmedizin: Schulzahnpflege, Dentalhygiene und Prophylaxeassistentinnen.
  • Kinderzahnmedizin: vor allem durch Frauen, mit angstmildernden Ablenkungen und Lachgas.
  • Kieferorthopädie: zu 80% nur für die Verschönerung der Zahnstellung.
  • Konservierende: Erhaltung der natürlichen Zähne, vor allem Reparaturen wegen Karies.
  • Endodontologie: Wurzelkanalbehandungen, vor allem wegen Zahnschmerzen.
  • Parodontologie: Parodontitis-Therapie, vor allem wenn Zähne zu wackeln beginnen.
  • Prothetik: Ersatz fehlender Zähne, vor allem mit Kronen, Brücken, Teil- und Vollprothesen.
  • Implantologie: Einsetzen künstlicher Zähne, vor allem für wohlhabendere Leute.
  • Oralchirurgie: für Weisheitszahnentfernungen, neu auch Wangen- und Lippenverschönerungen.
  • Gerodontologie: Behandlung alter Patienten, oft mit situationsgegebenen Kompromissen.
Prophylaxe durch Frauen

Mit grossem Abstand hat sich die Prophylaxe als das wirkungsvollste Fachgebiet erwiesen. Sein Erfolg verändert die gesamte Zahnmedizin. Es wird vor allem von Frauen ausgeführt. BRAVO!

Aber was machen die Männer? Sie interessieren sich eher für technische Eingriffe und Chirurgie.

In allen anderen Fachgebieten arbeiten etwa gleich viele Zahnärztinnen und Zahnäzte.


Zahnmedizin = das sensibelste Handwerk

Eigentlich sollte die Zahnmedizin als das sensibelste Handwerk überhaupt gelten.

Im Mund hat es viel mehr Sinneszellen wie sonst irgendwo auf der Haut. Die Zunge kann ihre Sinnes­zellen sogar zu den kleinsten Dingen hinbewegen, die irgendwo zwischen den Zähnen stören. Das Zahnfleisch ist bei vielen Leuten dauernd etwas entzündet und blutungsbereit wegen den Zahnbelägen. Jeder Zahn hat tausende von Drucksensoren, damit der Kauvorgang mechanisch extrem genau ablaufen kann. Der Speichel sorgt für eine gleichmässige Befeuchtung des Mundraumes. Essen ist wohl das Wichtigste in unserem Leben, und auch der Atemweg verläuft durch den Mund. Er ist von Geburt an sehr eng mit den beiden Angstzentren des Gehirns verbunden, die Amygdalae.

Für die Kaumuskeln ist die Mundöffnung bei einer Zahnbehandlung eine unnatürliche Bewegung. Auch die Berührungen durch die zahnärztlichen Instrumente und Geräte fühlen sich unnatürlich an. Im Mund zu arbeiten ist also etwa so wie mit einer Maschine auf einem Rosengarten herum zu fahren. Aber dabei sollte sie keine einzige Rose berühren oder gar knicken. Sonst entstehen sofort Angst und Schmerz.

Die Zahnmedizin verursacht viel Angst

Die wichtigsten Mittel gegen die Angst sind:

  1. ein vereinbartes Stoppsignal,
  2. eine aktive Kommunikation und Validierung,
  3. ein schrittweises Tell-Show-Do-Vorgehen,
  4. eine optimale Absaugtechnik für das Atemgefühl,
  5. eine aufrechte Lagerung bei Würgreiz,
  6. möglichst wenig Druck und Vibration,
  7. Pausen zum Aufsitzen und Spülen,
  8. kaltes Stirntuch bei heisser Stirn,
  9. warme PET-Flasche bei kalten Händen,
  10. Anästhesie wenn nötig (langsam und lokal).

Dominanz des Handwerks

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Handwerk

82-jähriger Patient (18.03.2026 / 457)

Der Patient hat einen extrem tiefen Deckbiss und beisst sehr kräftig. Die Zahnlücke stört ihn sehr.

Die drahtverstärkte Kompositbrücke ist innert einer Stunde hergestellt, hat 580 CHF gekostet, und wird jeder Belastung durch den Deckbiss standhalten.

Eine Voraussetzung für eine solche Klebebrücke aus Komposit ist das geschickte handwerkliche Verbiegen des Drahtes.

Bei der Biegung des Drahtes hilft die Erfahrung. Deshalb haben ältere KollegINNen und solche, die nicht nur 1-2 Tage pro Woche oder in einem Zentrum arbeiten, wo man einen Bonus für möglichst viele verkaufte Zahnimplantate bekommt, einen gewissen Vorteil.

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erstellt: 01.01.2018 - 26.03.2026