W. Weilenmann
Dr. med. dent.
Walter Weilenmann
eidg. dipl. Zahnarzt
dipl. Natw. ETH

Mitglied SSO, SSGS
und SSO-Zürich.

Komposit bei Bruxismus und okklusaler Dysästhesie

Gleicher Ursprung
ADHS
BRUXISMUS
Fingernägelkauen

Die Grundlagen des Bruxismus sind die beiden Amygdalae und ihre Verbindung zu den festsitzenden Zähnen. Die Amygdalae steuern Angst, Freude und Wut und entscheiden bei Stress über Kampf, Flucht oder Totstellreflex. Beim Kampfgefühl aktivieren sie die Beissmuskeln. Pränataler Stress einer Schwangeren vergrössert die Amygdalae des Fötus, was Bruxismus, ADHS und Fingernägelkauen begünstigt. Meistens verursacht aber ein ungesunder Lebensstil mit viel Coffein, Nikotin, Alkohol oder Stress den Bruxismus.

Die Therapie soll schonend und multifaktoriell sein.

Gleiche Uebung

ATMEN
ACHTSAMKEIT
Dehnen+Entspannen
Die Therapien beginnen meistens mit einer harten oder weichen Aufbiss­schiene und ohne Veränderung der Zähne. Zum Thema "Kiefer entspannen" gibt es über 1'000 Youtube-Beiträge und mehr als zehn Apps mit Chi Gong, Feldenkrais, Tai Chi usw. Um die tieferen Ursachen des Stress zu suchen, bieten sich Stressmanagement, Haltungstherapien und psychothera­peutische Hilfen an.

Die meisten Kieferdysfunktionen sind nur kurzzeitig und harmlos.

1. Pressen
 (jaw clenching)
Den Ausdruck "die Zähne zusammenbeissen" gibt es auch in Italien, Frankreich, Russland und China, aber nicht in Afrika.
2. Knirschen
 (teeth grinding)
Kinder können die Milchzähne etwa 3 mm / 10 Jahre abschleifen.
Ein starker Knirscher schleift seine Zähne etwa 1 mm / 10 Jahre ab.
Ein Knirscher mit Teilgebiss, Komposit und Porzellan bis 1 mm / 2 Jahre.
3. Heavy biter   Die durchschnittliche Beisskraft beträgt 20−80 kg. Der Weltrekord liegt bei 430 kg. Heavy biter haben häufig auch einen festen Händedruck.
4. Schlafbruxismus kann kurzzeitig maximale Beisskraft erzeugen.
5. Wachbruxismus entsteht meist bei stressiger Arbeit mit kleinerer Beisskraft.
6. Craniomandibuläre
 Dysfunktion (CMD)
vom Öffnungsschmerz über steife Nacken und Schultern bis zum Beckenschiefstand.
7. Okklusale Dysästhesie Ein beständiges Gefühl, dass der Biss nicht stimmt. Das wird fortwährend mit variabler Beisskraft kontrolliert.

Die Ursache ist meistens Stress und nicht die Okklusion.

1. Okklusale Fehler Einschleifen und Ansetzen, Kons
2. Stress
 Überlastung, Ehrgeiz, Erwartung, hoher
 Leistungswille, Langeweile, Isolation
Harte Michigan-Schiene, DROS, NTI usw.
Unerfülltes Grundbedürfnis suchen und
verarbeiten mit Do-it-yourself, Physio-
therapie, Dentosophie, Psychotherapie
3. Trauma, Angst, Depression
 bindungsbezogen Unsicherheitsgefühl
Weiche Michigan-Schiene bei okklusaler Dysästhesie
4. Schlechter Schlaf
 Tagesmüdigkeit, Schnarchen
Schnarchschiene, Smartwatch, Schlafapnoe-Maske, Schlaflabor
5. Medikamente, Hormone Hausarzt, Psychiater

Inhalt:

Motiv dieser Seite: "Komposit trotz Bruxismus"

Zähne und Füllungen brechen nach Überlastungen wegen Bruxismus, Okklusionsfehlern und Verlust von Zähnen. Wenn ein Patient ein heavy biter ist, oder wenn ein Kauzentrum auf dem Füllungsrand liegt statt in der Mitte der Füllung und wenn eine Füllung auf einem schiefen Boden liegt, oder wenn die Belastung doppelt so hoch wird, weil ein Nachbarzahn ausgefallen ist, dann kann das Komposit brechen. Um solche Missgeschicke zu vermeiden, werden oft Gold- und Porzellankronen oder Implantate hergestellt.

Im Gegensatz dazu soll diese Seite helfen, Kompositfüllungen zu verbessern und bruchsicherer zu machen. Wer mit Komposit arbeiten will, sollte also auch ein

  • ein guter Bruxismus-Profiler sein (denn der Bruxismus bleibt meistens unbemerkt),
  • Okklusionsfehler finden und rechtzeitig korrigieren (bevor etwas bricht), und
  • hoch belastete Kauflächen mit verstärktem Komposit reparieren.
  • Ausserdem soll diese Seite helfen, den Bruxismus besser zu verstehen, damit ihm nicht nur zahnärzt­lich begegnet wird, sondern auch physiothera­peutisch, psychologisch und manchmal auch mit Medikamenten. So soll ein ganzheitlicher Prozess entstehen, den auch die Dentosophie in Gang bringen kann. Sie vermindert die übertriebene Tätigkeit der Kiefer und lenkt die Aufmerksamkeit auf eine entspannte Atmung und bessere Körperhaltung.


    Zunahme des Bruxismus

    Die Angst vor Corona und der Wunsch nach Schutz und Sicherheit davor dauern bis heute an. Nicht selten ist jemand wegen der Corona-Pandemie sehr vorsichtig geworden und trägt deswegen immer wieder mal einen Mundschutz.

    Die Medien machen mit ihren Head-Lines alle bösen Dinge der Welt zu Geld. Dabei übertreiben sie nach Möglichkeit, auch wenn sie uns so noch mehr stressen.

    Zufriedenheit
    Zufriedenheit
    (Quelle: Global Interdependence Center)

    Die ständige Erreichbarkeit mit digitalen Medien ist ein weiterer Stressfaktor. Er senkt die Zufriedenheit allem bei jungen Menschen.

    Die "diagnostische Inflation" erhöht die Zahl der psychischen Krankheiten. Früher ermahnten die Eltern ihre Kinder einfach mit "tu nicht so dumm!" und haben mit diesem Spruch das Thema beendet.

    Zunahme der Zähne

    Die Zunahme der Anzahl Zähne
    Die Jahrgänge 1910-1930 hatten etwa 9 Zähne pro Kiefer. Die Prothesen, Teilprothesen und Zahnlücken schränkten den Bruxismus ein.
    Bis 1960 stieg dank der Schulzahnpflege die Zahl der Zähne auf 12 pro Kiefer.
    Seither bleiben fast bei jedem 14 und mehr Zähne gesund. Auf solchen lässt sich bis ins hohe Alter stets kraftvoll knirschen.

    Anzahl Zähne pro Jahrgang
    Anzahl
      Vollprothesen
          in %
    FOS-Knirscherschienen pro Alter
    Zunahme der Zähne

    Die Zunahme des Alters der Zähne verlängert die mechanische Belastung durch den Bruxismus. Das Alter der Patienten hat in den letzten 35 Jahre volle 20 Jahre zugenommen (siehe hier). Interessanterweise bleibt der Stress auch im Alter erhalten. Zum Beispiel kann ein stark belasteter Zahn schliesslich abbrechen. Oder es beginnt ein Zahn zu schmerzen, weil der Nachbarzahn verloren gegangen ist. Oder die Zähne nützen sich so weit ab, dass plötzlich mehrere Füllungen nötig werden. Während solche Zähne früher oft mit Prothesen ersetzt wurden, mit denen man nicht knirschen kann, werden sie heute meisens ersetzt und setzt sich der Bruxismus fort.

    Prävalenz der Kieferdysfunktionen

    20-40% der Kinder knirschen mit den Milchzähnen.
    10-30% der Erwachsenen leiden an Bruxismus in irgendeiner Form.
    1-10% der Bevölkerung hat eine okklusale Dysästhesie.
    ∼15% der Patienten haben Schmerzen wegen einer Kieferdysfunktion.

    Wissenschaftliche Übersichtsarbeit:
    Mehr Behandlungen, aber nicht weniger Angst- und affektive Störungen: Warum? Sieben Hypothesen und ihre Bewertung
    Johan Ormel, Paul M.G. Emmelkamp

    Buchempfehlung für Laien:
    What Mental Illness Really Is... (and what it Isn’t)
    Lucy Foulkes

    Informationen über Krankheiten wirken paradox. Statt dass sie zu mehr Gesundheit führen, fühlen sich viele Menschen nach den Informationen kränker als vorher. Ganz im Sinne von
    "Was ich nicht weiss macht mich nicht heiss".

    FOS-Knirscherschienen pro Alter

    Am meisten Stress haben die 50- bis 65-Jährigen. Aber auch kräftige und gesunde 80-Jährige bekommen noch Knirscherschmerzen.

    Frauen : Männer = 2 : 1

    Frauen: 215
    Männer: 96

    Zunahme der CMD-Fälle

    Bruxismus beschädigt immer wieder zahnärztliche Arbeiten. Das führt nicht selten zu Streit.
    Deshalb wird empfohlen, stets auch auf den Bruxismus zu achten, zum Beispiel mit einem Fragebogen, den man im Wartezimmer ausfüllen kann.

    CMD-Schnelltest

    Zunahme des Stress

    Der moderne Zeitgeist stellt bei der Arbeit und in der Freizeit die Leistung in den Vordergrund, ganz im Sinne des Kapitalismus und der wirtschaftlichen Systeme. Deshalb sind auch bei einer "Work-Life-Balance" vielfach sowohl "Work" als auch "Life" voller Stress.
    Monatelanger Stress schwächt aber das Immunsystem, stört den Schlaf, den Blutdruck und die Verdauung, und erzeugt Angst, Depressionen und Burnout.

    Jurist. CMD-Behandlungsfehler


    (siehe hier eine Busse von 34.806,81 EUR)

    Vor grossen Behandlungen MUSS man auf den Bruxismus achten.

    In Deutschland wurden 2009 ca. 2 Mio. Knirscherschienen hergestellt.

    Der biologische Sinn des Stress ist die sofortige Aufmerksamkeit und Anspannung der Muskeln, um die Reaktion und Leistung zu verbessern. Typische Stress­auslöser sind kurzfristige Ereignisse wie eine schnelle Bewegung, ein Geräusch, ein Duft oder das Erscheinen eines Fressfeindes. Der heutige ständige Stress ist eine evolutionäre Neuheit.


    Symptome "damn"

    Okklusionsfehler

    dental: Attrition, Zahnhalsdefekt, Okklusionsfehler, Fraktur

    • Vertikale Schmelzrisse: Beim Knirschen entstehen solche Risse im Schmelz.
    • Horizontale Zahnhals-Defekte: Die mechanischen Belastungsspitzen in den Zahnhälsen komprimieren den Apatit, welcher deshalb vermehrt Fremdionen aus dem Speichel aufnimmt und dadurch weicher wird.
    • Mikrorisse und Zahnfrakturen: Gold- und Porzellankronen versteifen die Zahnkronen. Beim Knirschen entstehen deshalb am Zahnhals grössere Spannungsspitzen. Das Risswachstum im Kerbgrund führt zu Zahnfrakturen.
    • Schlifffacetten: Der Abrieb auf den Kauflächen schleift die Höcker ab oder verursacht breitflächige horizontale oder schiefe Schlifffacetten, auf welche Querkräfte einwirken.
    • Kalt- und Druckempfindlichkeit: weil beim Knirschen wird das Desmodont und auch die Pulpa beim Apex gequetscht wird.
    • Okklusionsfehler: Infraokklusionen und Hyperbalancen sollte man korrigieren.
    Mundöffnung

    artikulär: Kiefergelenkschmerzen und -geräusch,
            kleine Mundöffnung, Diskuskompression

    • Beim Knirschen werden die Kierfergelenke ungleichmässig belastet und verspannen sich die grossen Kaumuskeln und die kleinen Muskeln im Kiefergelenk. Mit der Zeit wird die Gelenkscheibe überlastet und abgenutzt. Es kann eine (schmerzlose) Diskusdegeneration oder eine (schmerzhafte) Kiefergelenksentzündung entstehen.
    • Erste Vorzeichen sind Knacken und Reibgeräusche im Kiefergelenk, eine Morgensteifigkeit im Kiefer und eine Mundöffnung < 3 cm.
    Masseterhypertrophie

    muskulär: Masseterhypertophie, Indentation, Schmerz

    • Masseterhypertophie: Die Muskelverhärtungen spürt man nicht, solange sie nicht schmerzen.
    • Zungenindentationen: Durch das Zungenpressen wird der Zungenrand arkadenförmig.
    • Lippenindentationen: Durch ein gewohnheitsmässiges Saugen an der Lippe bekommt sie ein arkadenförmiges Aussehen.
    • Linea alba: Durch Wangensaugen entsteht eine Linea alba auf der Wangeninnenseite.
    • Gesichtsschmerzen: Migräne, Wangenschmerzen, Mundöffnung behindert.
    • Schultern/Nacken: Versteifung des Schultergürtels
    Balance

    neurogen: Psychische und neurologische Ursachen

    • Psychosomatischer Prozess: Bruxismus ist ein individueller psychosomatischer Prozess. Um ihn zu vermindern empfiehlt sich eine Massnahme, die körperlich und geistig wirkt.
    • Psychosomatische Übungen: Atemtechniken (4-7-8-Atmung), Progressive Muskelentspannung, Yoga, Autogenes Training (siehe unten), Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen wie bewusstes Gehen usw.
    • Genussmittel: Alkohol, Nikotin, Koffein haben neurologische Effekte. Ihre Suchtwirkung verdoppelt den Bruxismus.
    • Medikamente: sind modern und helfen sofort, verändern aber das Verhalten nicht. Wegen ihrer Bequemlichkeit und schnellen Wirkung entsprechen sie dem aktuellen Zeitgeist. Deshalb gibt es immer mehr Migränemittel, Antidepressiva und Botox-Spritzen.
    Schmelzrisse Zahnhalsdefekt Attrition
    Schmelzrisse
    Diskuskompression, Knackgeräusch
    Kiefergelenk
    Indentationen und Linea alba
    Muskeln
    Reizüberflutung von Mutter und Kind
    Handy und Baby

    1. Anatomie

    Anatomische Ursachen der Schmerzen beim Bruxismus

    Normale Kaubewegungen bewirken nur einen kleinen Druck auf die Zellen, Blutgefässe und Drucksensoren in den Kaumuskeln, an den Zahnwurzeln und in den Kiefergelenken. Im Normalfall folgt nach einer Sequenz solcher Belastungen die Ruheschwebe, in welcher die Muskeln, Zähne, Kiefergelenke, motorischen Nervenendigungen und Blutgefässe von den Verpressungen erholen können.

    In der Ruheschwebe hält man die Zähne 2-8 Millimeter weit auseinander und wird die Durchblutung des Zahnhalteapparates und der Kaumuskeln nirgends gestört. Die Ruheschwebe dauert praktisch den ganzen Tag und die ganze Nacht und wird nur beim Essen und gelegentlich beim Schlucken unterbrochen. Stützt man am Tisch den Kopf auf das Kinn, so wird die Ruheschwebe manchmal trotzdem beibehalten, weil dann die Kieferöffner anspannen und verhindern, dass der Unterkiefer auf den Oberkiefer drückt.

    Andauernde Belastungen ohne Ruheschwebe lassen hingegen den Muskeln keine Zeit, die Moleküle in den Muskelfasern zu reparieren. So entstehen bei zerrissenen Aktin-Fasern winzige Entzündungen, die den Muskel anschwellen lassen. Sie bewirken einen schmerzhaften Muskelkater. Analog führt auch die Dauerbelastung der Kiefergelenke zu zellulären Veränderungen des Knorpels der Gelenkscheibe, der Gelenkpfanne und des Kieferköpfchens, sowie der Sehnen und der Muskelfasern im Gelenk.

    Beim Bruxismus fehlt die Ruheschwebe. Die Kaumuskeln machen mit nur kurzen Pausen zahllose kleine Zuckungen und belasten damit die Zähne und Kiefergelenke. Diese Belastungen variieren je nach der Geometrie des Gebisses und der Zahnstellung und sind je nach Veranlagung des Patienten gut erträglich oder werden ziemlich gross. Sie geschehen nur nachts und/oder auch tagsüber und betreffen nur den hintersten linken, oder rechten unteren, oder sonst einen Zahn oder eine ganze Gruppe von Zähnen. Zu Beginn der Belastungen werden häufig einige Zähne kaltempfindlich. Beim ausgeprägten Bruxismus hingegen entstehen auch Warmschmerzen und solche, die in die Wangen und zur Stirn ausstrahlen (Migräne), bis ein Zahnarzt vor Verzweiflung eine Wurzelbehandlung macht. Ursache dieser Schmerzen ist die anhaltende Quetschung der Kapillaren im Muskel und in der Wurzelhaut (Desmodont). Letztere ist nur 0.1 - 0.2 Millimeter dick und zwischen dem Zahn und dem Knochen eingeklemmt.

    Parodont = 0.2 mm


    Pressen: kaltempfindlich
    Pressen
    Pulpa

    Vertikale Belastungen drücken die Wurzel­spitze des Zahnes gegen den Knochen. Dort wird die Pulpa mit ihren Temperatur­sensoren gereizt (roter Punkt). Zuerst ent­steht eine Kaltempfindlichkeit, bei ho­hem Druck auch eine Warmempfindlichkeit.

    Knirschen: druckempfindlich
    Knirschen  
    Desmodont
    Der schiefe Druck presst die Wurzel seit­lich gegen den Knochen. Nun fliesst weniger Blut durch die Kapillaren (rot) und wer­den die Drucksensoren über­empfindlich (gelb).

    Superlange Zähne 46-jährige Patientin (11.10.2022 / 8307)

    11Anatomisch2_8307.jpg
    In der ersten Sitzung konstruierte ich die zwei superhohen Kompositfüllungen. Auf den Prämolaren liegen die weissen Tabletops der Patientin.

    Tabletops gegen Knirschen

    Die Patienten kann mit den hohen Tabletops besser kauen, hat keinerlei Schmerzen und fühlt sich wohl.

    OPT Der hinterste Molar ist etwa 3 cm lang.

    NB: 6 mm hohe Aufbissschienen verkleinern die Aktivität der Kaumuskeln mehr als nur 3 mm hohe Aufbissschienen.

    Periapikale Aufhellung wegen Pressen? 69-jährige Patientin (19.01.2026 / 7671)

    11Anatomisch3_7671.jpg

    19.1.26: Der -7 wurde beim Pressen stark belastet und hat stark geschmerzt.

    Beide apikalen Aufhellungen sind sehr klein.

    Ist die Ursache bakteriell oder nur mechanisch?

    Reversible apikale Aufhellung

    Die Patientin spürt, dass sie häufig ihre Zähne zusammenpresst. Deswegen hatte sie am 19.1.26 starke Schmerzen links unten. Am 22.1.26 waren diese verschwunden, dafür schmerzte nachher die Wange links oben. Bei den oberen Molaren zeigt das Röntgenbild keine Aufhellung.
    Ist der -7 entzündet und braucht er eine Wurzelbehandlung?

    Stattdessen hab ich ihr eine FOS-Knirscherschiene gemacht. Diese wird zeigen, ob die Beschwerden wieder aufhören.

    Reiben im Kiefergelenk 75-jährige Patientin (22.01.2026 / 480)


    Gute Prognose haben

    "jung und knackig", "alt und reiben".

    Die Patientin hat einen Nachtbruxismus und spürt morgens verspannte Wangen. Sie hat nur Kontakt auf den hintersten Molaren und keine Schmerzen. Das reibende Geräusch ist wahrscheinlich eine stabile Diskus-Degeneration und braucht keine Behandlung.

    Kontakt auf 8-8

    2. Muskulatur

    Muskelkraft bis Faktor 10

    Der M. temporalis, M. masseter, M. pterygoideus lateralis und medialis haben eine durchschnittliche Kaukraft von 20-80 Kg. Der Weltrekord liegt bei 430 Kg.

    M. masseter 74-jähriger Patient (21.02.2026 / 4019) Kein Knirscher
    M. masseter 59-jähriger Patient (21.02.2026 / 5019) Starker Knirscher
    M. temporalis 54-jähriger Patient (08.05.2025 / 8222) Starker Knirscher
    M. masseter 43-jähriger Patient (16.12.2025 / 1367) Starker Knirscher

    Food impaction oder nicht

    Ein schiefer Interkuspidalkontakt zwischen den oberen und unteren Seitenzähnen kann ein Diastema verursachen, in das beim Essen Speisereste hineingestopft werden.

    Interkuspidalwinkel
    food impaction
    kein food impaction

    Spaltkraft bei kleinem Höckerwinkel bis Faktor 10

    Bei schiefen Ebenen kann ein kleiner Interkuspidalwinkel eine grosse Spaltkraft verursachen. Dies zum Beispiel bei einer abgenützten Füllung oder tiefen Verzahnung.

    Spaltkraft
    Spaltkraft klein
    Spaltkraft = Kaukraft
    Spaltkraft gross

    Motorische Automatismen

    Definition: erlernte, gewohnheitsmässige Bewegungen, die auch unwillkürlich ablaufen. Sie sind alle im Schlaf und Wachzustand möglich.

    Averbale Kommunikation und Schönheit

    Bei Freude und Trauer, beim Rufen, Sprechen und Flüstern formt die Gesichtsmuskulatur eine spezifische, symetrische oder asymetrische Mimik, beim Reden einen spezifischen Dialektklang, der auch die Atmung und Körperhaltung beeinflusst.

    Motorischer Habitus

    Stirnrunzeln, Zornesfalte, Krähenfüsse in den Augenwinkeln, Schultern hochziehen, Kiefermuskeln verspannen, Kopf leicht schief halten, Lippen pressen, das sind alles Gewohnheiten von einzelnen Gesichtsmuskeln, die durch eine häufige Wiederholung automatisiert werden. Der Habitus ist stabil und ruhig.

    Motorischer Tic

    Ein Tic ist eine kurze, ruckartige, plötzliche, oft wiederholte und ungewollte Bewegung eines Muskels, am häufigsten im Gesicht und ohne erkennbaren Zweck. Beispiele sind das Wippen mit einem Bein und Stirnfalten bei jedem Gespräch.

    Tourette-Syndrom

    Beim Tourette-Syndrom sind mehrere Tics vorhanden (Blinzeln, Zucken am Mund) und auch ein hörbarer (Räuspern, Fluchen). Die Betroffenen haben manchmal auch hektisch wirkende schnelle Kaubewegungen beim Essen.

    RSI-Syndrom

    Das RSI-Syndrom ist schmerzhaft und entsteht wegen zu vielen Belastungen oder einer Fehlbelastung am Arm oder Schultergürtel. Beispiele sind der Tennisarm, die Sehnen­scheiden­entzündung am Daumen wegen repetitiver Texteingabe am Smartphone, schmerzende Fingerspitze wegen langem Spielen am Handy.

    Fraktur wegen Hyperbalance 78-jähriger Patient (30.09.2025 / 996)

    12Zahnfraktur996.jpg

    Beachte: Die Fraktur verläuft mesial 2 mm weit durch eine initiale Karies, zentral 6 mm neben einer Amalgamfüllung, und distal 3 mm lang mitten durch eine intakte Kompositfüllung. Diese ist mittig gespalten, aber nirgends vom Zahn abgerissen. Das Zentrum der Amalgamfüllung ist nicht gespalten.

    Der Patient ist ein Heavy biter und kam seit Jahren immer wieder mal um Hyperbalancen einzuschleifen. Zudem war dieser +6 der letzte Molar links oben.

    Rx

    Auch auf diesem Röntgenbild ist weder die Hyperbalance noch der kleine Höckerwinkel mit der vertieften Zentrik sichtbar. Die initiale Karies war klinisch nicht sichtbar.


    3. Neuromotorik

    Die Motorik des Kauens, Knirschens und Pressens

    Bei kräftigem Knirschen werden pro 10 Jahre die Milchzähne etwa 3 mm und die bleibenden Zähne etwa 1 mm abgeschliffen.

    Beidseitige Abrasion

    Gebisse
    82-jährige Patientin (15.01.2024 / 45)
    Alle Seitenzähne sind flach, die Abflussrillen fehlen. Eine Zahnlücke erhöht die Kaubelastung und verschiebt die Kontakte. Beim Zubeissen ent­stehen breite Kontaktflächen (Schlifffacetten).

    Einseitiges Knirschen und Pressen und einseitige Abrasion

    UK
    43-jähriger Patient (16.12.2025 / 1367)
    Verkehrte Spee-Kurve mit Kauzentrum auf -45. Beim Zubeissen berühren sich -45 und entweder die Frontzähne oder die Molaren. Das Kiefergelenk wird je nachdem komprimiert oder extendiert, beides schmerzfrei.

    43-jähriger Patient (16.12.2025 / 1367)
    Dieses Kiefergelenk dehnt sich beim Pressen.
    Der Patient spürt keine Schmerzen, obwohl sich der Diskus im Kiefergelenk dauernd verlagert.

    Hier ist eine andere Aufnahme vom Knirschen mit schmerzfreier Kiefergelenksdehnung: Siehe hier

    Normales Kauen

    normale Okklusion

    73-jähriger Patient (05.11.2025 / 4019)
    Bei normalen Kaubewegungen bewegt sich der Unterkiefer auf und ab.
    Ist eine Füllung etwas zu hoch, so stört sie in der Ruheschwebe nicht und beim Kauen wenig, weil sich die Zähne beim Kauen kaum berühren.

    Einseitiges Knirschen


    47-jährige Patientin (05.11.2025 / 8884)
    Beim Knirschen geht der Unterkiefer hin und her.
    Ist eine Füllung etwas zu hoch, so stört sie sofort pausenlos, weil Pressen und Knirschen Gewohn­heiten sind, die auch zwischen den Mahlzeiten und manchmal sogar pausenlos geschehen.

    Knirschgeräusche

    A

    76-jähriger Patient (20.05.2019 / 6311)
    Der Patient macht diese Geräusche mit einer einzigen, langen und langsamen Querbewegung.

    D

    34-jähriger Patient (22.02.2021 / 7179)
    Der Kopfbiss verursacht ein knarrendes Geräusch mit einzelnen Quietschern (Flachknirscher).

    B

    84-jähriger Patient (23.10.2019 / 3225)
    Dieser Patient macht viele kurze und rasche Seitbewegungen, etwa zwei pro Sekunde.

    Sonic Waves des Knirschens

    C

    46-jähriger Patient (30.06.2020 / 3854)
    Bei diesem Patienten entstehen beim Knirschen Gruppen von fünf bis sechs Spannungsspitzen. Bei jeder Gruppe bewegt er den Unterkiefer einmal ganz langsam über einige hintere Kauflächen. SonicWave

    4. Sensorik

    Erhöhte Sensorik bei Bruxismus

    14Sensorik1.jpg
    Die 47-jährige Patientin (05.11.2025 / 8911) spürt einen störenden Druck auf Zahn -6.
    Die Vertiefung der Abflussrille hat sofort zur Beschwerdefreiheit geführt.

    Die Patientin hat die Idee mit dem feuchten Papier zwischen den Zähnen selber gefunden, damit sie nachts nicht immer die Ecken und Kanten ihrer Zähne spüren muss. Mit dem Papier spürt sie nur noch einen Druck auf den Zähnen. Beim Zahn -6 war der Druck auffallend höher als bei den anderen Zähnen. Das Farbband zeigte bloss eine etwas breite Kontaktfläche an, die ich dann durch eine grössere Abflussrille reduzieren konnte, ohne den okklusalen Stop zu verlieren.

    Okklusale Dysästhesie, oder warum die Zähne nie perfekt zusammen passen

    Eine Patientin mit okklusaler Dysästhesie hat sich beklagt, dass sich die Kontakte zwischen ihren Zähnen wie metallene Nägel anfühlten. Dabei war absolut kein Vorkontakt oder ähnliches zu finden. Entsprechend hat Einschleifen gar nichts genützt. Vielleicht wäre eine weiche Michigan-Schiene besser gewesen. Aber hätte sie den Fremdkörper im Mund tolerieren können?

    Eine andere klagte, dass ihre Zähne gegeneinander schlagen würden, wenn sie zubeissen wolle. Die Zahnkontakte seien also falsch.

    1. Die bikonkave, ovale Gelenk­scheibe (blau) ist beweglich. Gelenkscheibe Sie sollte mitten im Gelenk liegen, klemmt aber manch­mal zu weit vorne odeAbr hinten.
    2. Auf der gebogenen Vorgleit­bahn (gelb) kann man die hinteren, mittleren und vorderen Zähne ver­schieden stark belasten.
    3. Im Liegen gibt es eine seitliche Verschiebung des Unterkiefers, wenn der Kopf in Seitenlage ist. Nun entstehen neue Zahn­kontakte, die es im Stehen nicht gibt.
    4. Bei einer Diskus-Kompression (siehe hier) verändern sich die Zahnkontakte.
    5. Die Zähne ändern ihre Form durch Zahnbe­handlungen und Abnützungen.
    In all diesen Kieferstellungen passen die Zähne nie perfekt zusammen und werden in jeder einzelnen wieder etwas anders belastet. Damit das nicht dauernd das Bewusstsein stört, hat die Natur die Ruheschwebe erfunden.

    N. trigeminus und Amygdala

    Sensomotor Cortex

    Präfrontalcortex
    Sensomotor. Areal
    Basalganglien
    N. trigeminus
    Amygdala
    Gelenkscheibe
    Zähne
    Hirnstamm

    Der N. trigeminus versorgt die Augen und den Ober- und Unterkiefer inklusive Nase, Lippen, Zunge und Zähne. Die Kerne seiner drei Äste (N. ophthalmicus, N. maxillaris und N. mandibularis) liegen im Hirnstamm und sind mit der Amygdala im limbischen System verbunden. Der Hirnstamm er­zeugt auch die Arousals mit ihrem Schlafbruxismus.

    Die Amygdalae sind zwei etwa 1-2 cm3 grosse Bewertungszentren. Sie sind ein emotionales Kontrollzentrum und bewerten Gefahren, erzeugen Angst und steuern das Sozialverhalten und auch die sexuelle Bereitschaft. Sie spüren alle taktilen, akustischen und visuellen Informationen und speichern sie, wenn ein Nachteil folgt wie

    • Schmerz, Lärm, Verletzung, schnelle Bewegung,
    • Überraschung, Unklarheit, Kontrollverlust (bei Prüfungen und Diagnosen),
    • sozialer Nachteil, Ablehnung, Blossstellung, Kritik.
    Wiederholt sich ein solcher Umstand (auch nur in Geschichten, Bildern, Gedanken), so erregen sie sofort die Gefühle für fight (Kampf), flight (Flucht) oder freeze (Totstellreflex, Scham). Sie erhalten vom Trigeminus die sensorischen Afferenzen von Schmerz und Berührung und senden ihm die motorischen Efferenzen für die Mimik der Freude, Angst und Wut, für den Bruxismus und die sofortige Mundöffnung bei Überlastung eines Zahnes usw.

    Der Präfrontalcortex steuert kognitiv das sensomotorische Areal und moduliert die Aktivität der Amygdalae. Er ist mit seinen Leistungen und mit der Selbstkontrolle viel langsamer als die Amygdalae und der Hirnstamm.

    Das heisst, das Bewusstsein kommt immer zu spät, und man hat bereits geknirscht, wenn man es eigentlich vermeiden wollte. Hier endet der "freie Wille".


    5. Psyche

    Der Schlaf- und Wachbruxismus

    Der Schlafbruxismus beginnt oft schon in der Kindheit. Dabei kann man im Schlaf laute Knirschgeräusche machen, die man selber nicht hört. Der Kaudruck kann bis auf das Zehnfache ansteigen und dauert bis zu 40 Minuten lang. Es kann in einer Nacht bis zu über 1000 Bisskontakten kommen. Gemäss ICD 10 ist er eine sonstige Schlafstörung (G47.8) bzw. somatoforme Störung (F45.8). Wenn überhaupt, wird er erst beim Aufwachen wegen einem Steifegefühl in den Wangen, im Schultergürtel, wegen Kiefergelenkknacken oder Kopfschmerzen (bis Migräne) bemerkt. Meistens spüren die Betroffenen den Schlafbruxismus nicht und fühlen sich auch nicht gestresst.

    Beim Wachbruxismus können Press-, Saug- und Beissbewegungen mit dem Kiefer, der Zunge und den Wangen vorkommen. Er wird ebenfalls meistens nicht bemerkt.

    Begleiterscheinungen des Bruxismus

    Bei Zwangsstörungen (Waschzwang, Kontrollzwang usw.) findet man oft auch eine Unruhe und Zwangsgedanken. Ähnliches kann auch beim Bruxismus vorkommen.

    Unruhe: Die Zwangsmotorik beginnt mit einer Unruhe, die entsteht, wenn man die Bewegung nicht ausführen will (wie beim Drang zur Toilette).

    Zwangsgedanken: Sie lauten zum Beispiel: "Ist der Zahn immer noch zu hoch? Den hab ich früher nie gespürt. Er stört erst seit der neuen Krone. Den muss ich abschleifen!".

    Beckenschiefstand: Wenn die Muskelkette ein schiefes Kaugefühl korrigieren soll, indem man zuerst nur eine Schulter ganz leicht anhebt, dann zu Kiefergelenkschmerzen noch Rückenweh bekommt, und schliesslich auch ein Beckenschiefstand entsteht, der bis zu den Füssen reichende Schmerzen beim Gehen verursacht (siehe hier).

    Neurodivergenz: Die Wahrnehmung der Zahnkontakte ist eine hochpräzise Sinnesleistung. Und die tägliche hundertfache Wiederholung ist ein hochpräzises Sinnestraining, das die Hirnstruktur verändert. Für Menschen ohne Ruheschwebe ist Hochsensibilität der Zähne eine Normalität. Sie kann sich auch zu anderen hochsensiblen Gewohnheiten und zu einer gedanklichen und sinnlichen Neurodiversität entwickeln. So hat die überdurchschnittliche Aufmerksamkeit gegenüber den Zähnen eine Analogie zum Beispiel in der überdurchschnittlichen Aufmerksamkeit eines Musikers auf eine Tonfolge oder auf den Rhythmus einer Melodie, welche alle Muskelketten in seinem Körper erfasst. Die Veränderungen im Gehirn solcher Musiker sind messbar, und man spricht vom Musikerhirn mit einem typisch vergrösserten Areal des Gehörs. Bei Bruxern hingegen werden das somatosensorische und motorische Areal für körperliche Gefühle im Gesicht und für die Bewegungen der Kaumuskeln überdurchschnittlich oft aktiviert.

    Bruxismusschmerzen können in jedem Alter entstehen. Wenn zum Beispiel eine 80-jährige Bruxerin, die nie Knirscherschmerzen hatte, den hintersten Molaren wegen Karies verliert, kann sie auf den verbliebenen Zähnen plötzlich Bruxismus-Schmerzen bekommen, weil der extrahierte Zahn jetzt nicht mehr hilft, den Kaudruck zu tragen und die verbliebenen Zähne ohne ihn mechanisch überlastet werden.

    Der bewusste und der unbewusste Bruxismus

    Rhythmus schneller, so wie bei einem Tic, mit reflexartigem Automatismus.

    Denken mit Ruheschwebe

    Bei den meisten Menschen bewirkt ein Zahnverlust oder eine neue Füllung ein vorsichtiges Sich-Angewöhnen. Dabei wird vorsichtiger gekaut und eventuell auch die Ruheschwebe öfters eingenommen. Aber es entsteht keine Angst, dass man wegen der Zahn­lücke oder dem neuen Kaugefühl nicht mehr essen kann.

    Den Kindern zum Beispiel, die eine kieferorthopä­dische Behandlung bekommen, wird häufig ein Zahn gezogen. Danach entstehen kaum je Knirscher­schmerzen.

    Die Ruheschwebe ist in jedem Alter hilfreich, so zum Beispiel auch bei einer Bisshebung mit dem Dahl-Prinzip bei Erwachsenen. Dabei wird der gesamte Kaudruck auf die Frontzähne verlagert, bis die hinteren Zähne langsam (innert 3 bis 6 Monaten) etwas aus dem Knochen herausgewachsen sind. Dies geschieht ohne Schmerzen, wenn der Patient eine Ruheschwebe hat und nicht dauernd versucht, die Zähne selber an den richtigen Ort zu drücken. Sie finden den richtigen Ort nämlich selber, und sonst würde ein schmerzhaftes RSI-Syndrom entstehen (Siehe oben)

    Und eine 92-jährige Italienerin hatte nur noch einen einzigen Zahn im Oberkiefer. Sie ist trotz Zahnverlust und Zahnlücken immer zufrieden geblieben und erklärte mir ganz einfach:

    "La minestra va sempre!"
    ("Gemüsesuppe geht immer")
    Dank diesen Worten und diesem Gedanken habe ich etwas vom Wichtigsten in meinem Beruf gelernt, nämlich dass Menschen auch ohne Zähne glücklich sein können, ein intaktes Selbstwertgefühl haben können und auch ohne Zähne in der Familie eine dominante und hoch geachtete Person bleiben können.

    Bruxismus ohne Ruheschwebe

     Tic Augenblinzeln

    Wenn man jemanden bittet, ein­mal ein paar mal zusammen­zubeissen, dann kann man zwei Reaktionen beobachten, nämlich eine eher langsame des Präfron­talcortex oder eine eher schnelle, die subkortikal gesteuert wird.

    Wer die Ruheschwebe hat, beisst eigentlich nie auf die Zähne. Er gibt nun seinem Unterkiefer ganz bewusst den Befehl, zuzubeissen. Dann erinnert er sich an die Bitte, mehrmals die Zähne zusammen zu beissen und beisst sogleich nochmals zu. Das wiederholt er einige Male. Die Geschwindigkeit ist nicht eingeübt und verbleibt beim langsamen Denk-Tempo des Präfrontalcortex.

    Im Gegensatz dazu hat ein Knirscher nicht viel zu überlegen. Sein M. masseter bewegt sich ja dauernd um zu knirschen oder zu pressen. Die Bewegungen sind automatisiert und ähnlich schnell wie bei einem Tic mit subkortikaler Steuerung.


    Okklusale Dysästhesie

    Ärztlich unerklärbare Symptome, und vor allem ein
    störendes Bissgefühl.
    Bruxismus-Schmerzen 1
    schiefer Biss
    Migräne
    Bruxismus-Schmerzen 2
    Rückenweh
    Becken-
    schiefstand
    Der Patient sucht einen Zahnarzt nach dem anderen auf,
    aber keiner findet den richtigen Biss
    Zahnarzt-Besuche
      Ärzte-
    Hopping

    Weil man mit den Zähnen jeden feinen Druck ganz genau spüren kann, entsteht durch die vielen Kontrollen, ob der Biss stimmt, eine hochpräzise Erinnerung an jede Zahnform und wird man ständig an diese erinnert. Aber weil der Unterkiefer viele verschiedene Stellungen einnehmen kann und die Zähne nie alle genau zusammenpassen, lässt sich der Wunsch nach dem perfekt passenden Biss nicht verwirklichen.

    Bei der okklusalen Dysästhesie ist die Wahrnehmung gestört,
    nicht die Okklusion.

    Die Dysästhesie dauert bei etwa 40% der betroffenen Patienten mehr als 5 Jahre lang.

    Der Drang zum Beissen ist etwa so kräftig wie der Drang der Lungen zum nächsten Atemzug. Einige Betroffene beissen sogar konstant zu, also auch während des Sprechens. Dabei erscheint es ihnen, als ob ein Zahn zu lang sei.

    Eine genaue Beschreibung ist hier:
    Phantom bite syndrome: Revelation from clinically focused review
    von Tu TTH et al. (2021)

    Anamnese: auffällig, langwierig, emotional

    Weder kurz und bündig noch sichtbar: Normalerweise weist ein Patient mit wenigen Worten auf seinen Zahnschaden hin. Dieser ist bei einem kurzen Untersuch sichtbar und hat eine typische Diagnose (Karies, Zahnfraktur, Zahnfleischbluten usw.). Er ist auch gut sichtbar auf einer Foto oder auf einem Röntgenbild. Beim Dysästhesie-Patient dauert die Anamnese sehr lange, weil man nichts sieht.

    Starke Emotionen: Diese sind wegen der langen Dauer der Zahnschmerzen und den bisherigen enttäuschenden Zahnarztbesuchen gut verständlich. Und es leuchtet auch die Kritik an den früheren zahnärztlichen Arbeiten ein. Der Patient wiederholt mehrfach mit ratlos machenden Erklärungen sein Anliegen, oft in einem klagenden Ton, der bis an die Tränen reichen kann ("die Ecke da hinten knallt gegen den Zahn", "der Zahn ist seit der letzten Behandlung zu hoch", "früher war alles in Ordnung" usw.). Und vor der besagten ersten Füllung war immer alles in Ordnung.

    Weit ausholende Kieferbewegungen: Der Patient zeigt mit überdurchschnittlich weit ausholenden und auch etwas hinter der Hand versteckten Kieferbewegungen die störende(n) Stelle(n). Aber er berührt etwas unruhig nicht jedesmal denselben Zahn, fast als ob es ihm peinlich wäre und er sich dabei schämen würde, oder ob er doch nicht so ganz genau wüsste, welche Stelle es ist. Die Kiefergelenke sind so beweglich, dass auf einem Zahn beim Anfärben ganz verschiedene Stellen markiert werden können.

    Keine normale Ruhelage möglich: Er findet seltsamerweise keine Antwort auf die Frage, weshalb er immer wieder auf den schmerzenden Zahn beisse und man doch normalerweise einen schmerzenden Zahn durch Nicht-Zubeissen schonen würde.

    Allgemeine Verwirrung: Im Gespräch entstehen Momente, wo alle durcheinander sprechen: Der Patient: "Da hinten ist zuviel, und da vorne ist zu wenig", die Assistentin: "es kann doch nicht gleichzeitig zu viel und zu wenig haben!", der Partner: "Wir müssen halt wieder bei Punkt Null beginnen!", der Zahnarzt: "Schauen Sie, auf dem Foto sind die Kontaktpunkte auf allen Zähnen schön gleichmässig angefärbt!".

    Starke soziale Komponente: Wenn der Patient seinen Partner mitbringt und dieser beim Gespräch anwesend ist, so wird auch er von Emotionen ergriffen, ähnlich wie eine Mutter voller Angst vor dem Zahnarzt, die in einer schützenden und gar verzweifelten Absicht ihr Kind bei der Zahnbehandlung begleiten und vor Schmerzen bewahren will.

    Eine Denkstörung?
    • Wenn jemand eine einfache Frage nicht beantworten will oder kann (quälender Inhalt?).
    • Wenn jemand eine Handlung gegen jede Vernunft ausführt (Kontrollverlust?).
    • Wenn jemand die gleiche Idee immer wieder wiederholt trotz jeder Entgegnung (ungewollte Perseveration?).

    Nein, Bruxismus ist keine Denkstörung. Er ist ein stressbedingter motorischer Automatismus, der wenigstens im Fall von Wachbruxismus kontrolliert werden kann.

    Helfen Medikamente?

    Medikamente werden nicht gerne eingenommen. Sie können den Bruxismus nicht beenden. Aber wenn ständig Schmerzen oder starke Emotionen entstehen, kann man ein Beruhigungsmittel versuchen. Da helfen zum Beispiel die SSRI. Sie müssen aber von einem Psychiater verschrieben werden. Sie wirken vielleicht erst nach ein paar Wochen, verbessern aber die Stimmung und könnten sogar Mut machen zur Physiotherapie, um die verkrampften Muskeln zu entspannen.

    Eine Problemtrance?

    Wenn beim Bruxismus Zahnschmerzen entstehen, muss man dauernd an die Zähne denken. Leider kann da keine Zahnbehandlung helfen. Einen Ausweg findet man, wenn man beginnt, an andere Dinge zu denken als immer nur an die Zähne. Schliesslich sind diese ja fest, haben keine Karies und hat man kräftige Kaumuskeln. Um Umdenken zu lernen ist ein Coaching ganz ohne Zahnbehandlung zu empfehlen.

    Okklusale Dysästhesie OHNE Bruxismus

    33OD_8916.jpg
    Die Patientin hat zahlreiche Unterlagen von ihrem Gebiss mitgebracht.

    55-jährige Patientin (21.01.2026 / 8916)

    Anamnese: Vor 10 Jahren wurde auf ihren Wunsch der Oberkiefer kieferorthopädisch rotiert. Denn ein Eckzahn stand zu weit vorne und der andere zu weit hinten. Nach dieser Behandlung habe der Biss nicht mehr gestimmt. Die Irritation überträgt sich sogar auf die Zunge, welche komische Bewegungen macht. Hinzu entsteht gelegentlich ein Drehschwindel, der durch die gedankliche Rückrotation des Oberkiefers entsteht. Sie hat eine flache Michigan-Knirscherschiene. Aber sie meint, ihr Kiefer sollte gestärkt und nicht entspannt werden.

    Okklusale Dysästhesie MIT Bruxismus

    34OD_8785.jpg
    Die beiden unteren Weisheitszähne sind ausser Kontakt, weil die oberen fehlen.

    67-jährige Patientin (04.06.2025 / 8785)

    Anamnese: In den letzten Jahren wurden 65+45(6)7 und 8(7)6-4(56)7 neu überkront. Auffällig sind die fast sekündlichen Bisskontrollen der Patientin. Sie trägt jede Nacht eine Michigan-Schiene. Keine parodontalen Probleme. Immer wieder teils starke Zahnschmerzen, und zudem sei der Aufbiss nicht gut. Es sei zuviel abgeschliffen worden und es brauche neue Kronen. Sie wünscht jetzt eine Bisserhöhung mit Komposit.

    Therapie: Nur ein minimales Einschleifen von 15 und 24, um die Erwartungen der Patientin zu erfüllen. Immerhin war ihr Anfahrtsweg über 5 Stunden lang. Zudem eine FOS-Schiene.


    35_ODEinschleifen8794.jpg
    Anfangsbefund: Vereinzelte schwache Kontaktpunkte ausserhalb des Kauzentrums.
    Resultat: Viele Kontakte im Kauzentrum 765-567, und die Beisskraft hat sichtbar zugenommen!
    Anfangsbefunde: Die Kauzentren 16 () und 26 () hatten keinen Kontakt:
    Auf der rechten Seite ist nirgends ein Kontakt.
    Die Frontzähne haben auch keinen Kontakt.
    Rechts haben nur 23 und 33
    einen Kontakt ()

    Bisshebung nach viel Einschleifen

    37-jährige Patientin (07.02.2025 / 8794)

    Anamnese: Die Patientin bekam letzten Sommer zwei Teilkronen. Da fühlte sich der Biss aber komisch an, und seit seit zwei Monaten schmerzt er beim Kauen unerträglich und kann sie sich nur noch mit Flüssigkeiten ernähren. Ihre Zahnärztin hat mehrmals eingeschliffen und meinte zuletzt, es stimme alles und sie schleife nicht weiter ein. Ein anderer Zahnarzt riet zu einer CMD-Therapie.

    Erhöhung der Okklusion von 16
    Aufbau 16 oben
    und 36 unten

    Therapie: Die Okklusion wurde in einer Sitzung korrigiert. Dabei durfte die Patientin jeden Arbeitsschritt vorschlagen und nachher genau prüfen, ob er sich gut anfühlt. Weil sie schon seit zwei Monaten nicht mehr kaut, war das nicht so ein­fach. Zuerst wollte sie den 16 auf­bauen, denn er war 2−3 mm zu kurz. Dann kam auf der anderen Seite der 26. Dann wollte sie die Porzellankrone 36 verändern mit den scharfkantigen tiefen Grüb­chen. Zuletzt wollte ich noch bei 45 und 35 das Kauzentrum vergrössern.

    Nach der Behandlung folgte eine Kauprobe mit einigen Salzstengeln. Da stellte sich heraus, dass die Patientin wieder schmerzfrei kauen konnte. Das machte ihr so viel Freude, dass sie Tränen bekam.

    Arbeitszeit: 3.5 Std. Preis: 1'220 CHF

    Misserfolg nach 10 Tagen

    Die Patientin hat keine Schmerzen mehr. Allerdings mochte sie nach drei Tagen wieder nur weiche Sachen kauen. Denn wenn sie auf die neuen Zähne beisst, fühlen sich diese hart und wie metallene Nadeln an. Sie nimmt sich vor, demnächst in Russland alle Zähne mit Goldkronen versorgen zu lassen (sie selber kommt aus der Ukraine).

    Dieses Gefühl ist die Folge der Unterfunktion des Kiefers. Denn unbelastete Zähne haben ein engeres Zahnfach (0.1 − 0.2 mm) als belastete (0.4 mm). Entsprechend sinkt ihre natürliche Beweglichkeit von 0.2 auf 0.1 mm, und ihre Funktion als Stossdämpfer ist im engen Zahnfach nur noch halb so gross wie normal. Die parodontalen Drucksensoren spüren den Kaudruck stärker, rascher und härter als in einem weiten Zahnfach.

    Dieses schmerzhafte, unangenehme Kaugefühl hätte durch ein Kautraining verhindert werden können. Leider habe ich die Folgen der Unterfunktion aber erst nachher im ChatGPT gefunden:

    Kauen ist Training - Tipps für Ihren Kiefer nach einer Unterfunktion

    Warum ist Kauen wichtig?
    Unsere Kiefermuskeln, Gelenke und Zähne brauchen regelmäßig Bewegung und sanfte Belastung - genau wie andere Muskeln im Körper. Wer lange Zeit nur weiche Nahrung isst, riskiert Muskelabbau, Verspannungen und gar eine Fehlfunktion des Kiefers (CMD).

    Rezept für sanftes Kau-Training:
    • Weiches, bissfestes Gemüse (Brokkoli, Karotten gekocht)
    • Reifes Obst mit Schale (Apfelstücke gut einspeicheln)
    • Nüsse in kleinen Stücken oder gehackt
    • Hartes Brot in Suppe getunkt
    • Getrocknete Früchte (z.B. Aprikosen, Datteln)
    • Zuckerfreier Kaugummi oder Paraffinwachs zum Kauen

    Einfache Kiefer-Übungen:
    1. Kiefer locker lassen - Unterkiefer sanft vor/zurück/seitlich bewegen (5-10x)
    2. Zunge leicht an den Gaumen legen und den Unterkiefer leicht nach oben ziehen (5x, je 5 Sek. halten)
    3. Mund langsam öffnen bis Dehngefühl - 10 Sek. halten - locker schließen (5x)
    4. Sanfte Massage an Schläfen & Kiefer mit Fingerkuppen oder Faszienball

    Wie oft und wie lange?
    1-2x täglich üben - sanft und schmerzfrei - langsam steigern!
    Das Parodont regeneriert bereits nach 1-2 Wochen.

    Harte Lebensmittel für Kinder

    Kieferorthopäden empfehlen, dass Kinder (solange der Unterkiefer wächst) immer wieder auch harte Nahrung (rohe Karotten etc.) essen sollen statt weiche, weil dann die Kaumuskeln und die Zunge grösser werden und so den Unterkiefer und die Zahnbögen verbreitern. Das ergibt eine schönere Zahnstellung und eine bessere Atmung.


    Prophylaktisches Einschleifen/Ansetzen

    Prophylaktisches Einschleifen

    51ProphEinschl3074.jpg
    Nun ist der distobukkale Höcker flacher und etwas niedriger und deshalb die Frakturgefahr kleiner.

    vorher - nachher anzeigen


    62-jähriger Patient (17.12.2025 / 3074)

    Anamnese: Der Patient hatte vor vier Jahren einen zentralen Riss unter der Amalgamfüllung von +7.

    Riss

    Nun ist er gekommen, weil er einen beginnenden Riss beim Zahn -6 beobachtet hat.
    Die Schlifffacette auf dem Weisheitszähnen zeigt einen Bruxismus an.

    Witzgall-Hoecker ansetzen

    52WitzgallHoecker8888.jpg
    Nun sind die beiden mesialen Höcker des 6- mit einem Witzgall-Höcker erhöht worden. So ist ein grosser zentrischer Kontakt entstanden.

    vorher - nachher anzeigen


    24-jähriger Patient (17.11.2025 / 8888)

    Anamnese: Der Patient musste wegen einer kieferorthopädischen Behandlung 4+4 ziehen und 765+567 nach vorne verschieben lassen. Deshalb ist eine Minderbelastung des Kauzentrums 6-6 entstanden. Um besser kauen zu können, hat er nur noch links gebissen. Dabei ist aber +7 elongiert und ein Vorkontakt auf +-7 entstanden, der ihn störte. Er hat deshalb schon fünf verschiedene Knirscherschienen erhalten.

    Therapie: Die mesialen Höcker des Zahnes 6- konnten ganz einfach mit Komposit erhöht werden. Das Kaugefühl war dann sofort besser.
    In der nächsten Sitzung wird auch noch der Zahn 5- erhöht, um das Kauzentrum noch etwas mehr zu vergrössern. Vorbehalt: das Kaugefühl ist gut geblieben.

    Fraktur mangels Einschleifen

    53ProphEin8956.jpg

    Der erste Prämolar ist zerbrochen wegen einer chronischen Überlastung und ohne Karies.


    50-jährige Patientin (09.12.2025 / 8956)

    Anamnese: Die Patientin spürte schon vor Jahren manchmal, wenn sie an dieser Stelle fest z. B. auf ein Korn gebissen hat, kurze einschießende Schmerzen.

    Ihre Zahnärztin meinte, sie knirsche und man müsse den Zahn ziehen. Die Patientin selber hat aber nicht das Gefühl, das sie knirscht. Und ihre Zähne sind überdurchschnittlich gesund und haben lediglich in paar wenige kleine Füllungen.

    Die schmerzhaften und viele kraftvolle Belastungen haben zur Fraktur geführt. Schuld war ein Nahkontakt zwischen dem palatina­len Höcker und dem Gegenzahn (Hyperbalance).


    Komposit-Reparaturen bei Heavy bitern


    61_Zh_137.jpg

    Keilförmiger Zahnhalsdefekt

    71-jährige Patientin (03.02.2026 / 137)

    Keilförmige Defekte sind die häufigsten Zeichen von Bruxismus und wie ein kleiner Spiegel der Seele.

    Mit kleinen Retentionsgrübchen kann man das Komposit besser retinieren. Der Bruxismus bewirkt in vielen Fällen nach 10-20 Jahren einen zweiten keilförmigen Zahnhalsdefekt unter der Zahnhalsfülung.


    62Implantate7938.jpg

    ├──Kauzentrum──┤

    Überlastetes Kauzentrum

    74-jährige Patientin (03.10.2024 / 7938)

    Bei diesem Fall besteht das Kauzentrum aus dem Implantat 3-i, den vier schwächsten Zähnen 21-12 und einem wurzelbehandelten Eckzahn -3. Diese beissen und kauen gegen eine Kompositbrücke mit Drahtverstärkungen (siehe hier)

    Die Frakturgefahr entsteht nicht durch Bruxismus, sondern durch die geringe Grösse des Kauzentrums. Bei einem kleinen Kauzentrum werden die Zähne mechanisch gesehen gleich überlastet wie beim Bruxismus.

    Verstärkung des Komposits mit Ligaturendraht

    Nach einem Jahr ist beim Implantat +2i die Kompositfacette abgesplittert. Komposit klebt nicht an metallenen Implantat-Sekundärteilen. Deshalb wurde die Haftung mit einem zusätzlichen queren Draht und mit einem um Draht und Implantat herumgewickelten Ligaturendraht rein mechanisch verbessert.


    63ZhDef6825.jpg
    So sah die Krone nach der Präparation aus. Beachte den Wurzelkanal. Er ist der kleine dunkle Fleck. Das ist der tiefste Zahnhals­defekt, den ich je gesehen habe!

    Tiefster Zahnhalsdefekt

    66-jähriger Patient (15.12.2025 / 6825)

    Der Patient wollte einen schöneren Zahn vor Weihnachten. Dann das Porzellan war von der Krone abgebrochen. Er hatte keine Schmerzen. Obwohl der Zahnhalsdefekt tiefer war als der Wurzelkanal!

    Krone
    Mit Komposit für 435.- CHF reparierter Zahn.

    65_Krone6563.jpg
    Mit vier pp-Schräubchen kann nun eine Kompositkrone modelliert werden.

    Querfraktur unter Porzellankrone ohne Wurzelfüllung

    79-jährige Patientin (10.07.2025 / 6563)

    Das kräftige Beissen hat trotz einer Knirscherschiene diesen Prämolar beim Zahnhals querfrakturiert obwohl er vital und kariesfrei ist.

    Porzellan- und Goldkronen sind nicht elastisch wie die Zähne sondern starr, so dass sich die Querkräfte alle am Kronenrand beim Zahnhals auswirken. Dieser Zahnhals hat den Querkräften gewiss 30 Jahre lang stand gehalten.

    Krone querfrakturiert

    66_Krone8010.jpg
    Im Wurzelkanal wurde eine WIRZ-Schraube befestigt, und an dieser wird nun eine Kompositkrone anmodelliert.

    Querfraktur unter Porzellankrone mit Wurzelfüllung

    72-jähriger Patient (06.01.2025 / 8010)

    Dies ist ein wurzelbehandelter Prämolar mit einer Porzellankrone. Er ist ebenfalls kariesfrei. Aber wegen der Wurzelfüllung bricht er schneller ab als ein Zahn mit lebendem Nerv.

    Man bedenke: ein Bruxismus dauert jahrzehntelang. Es entstehen also sehr viele Überlastungen. Und vielleicht entsteht dann noch im hohen Alter eine Fraktur.


    67_WitzgallHoecker8888.jpg
    Mit den aus Komposit geformten Höckern war das Bissgefühl sofort besser. Die Witzgall-Höcker befinden sich dort, wo sich normalerweise das zentrale Grübchen der Kaufläche befindet.

    Besseres Bissgefühl dank Witzgall-Höcker

    24-jähriger Patient (29.01.2026 / 8888)

    Der Patient hatte nach der kieferorthopädischen Behandlung kein gutes Bissgefühl. Die Anfärbung zeigt, dass die wichtigsten Molaren 6-6 fast nicht belastet werden.

    Mit Komposit wurde auf die Molaren 76-6 je ein Witzgall-Höcker aufgesetzt. Diese befinden sich nicht am gewöhnlichen Ort, sondern dort, wo sie den Biss am besten unterstützen. Bei der kieferorthopädischen Behandlung mussten die oberen Molaren etwas nach vorne verschoben werden und passten deshalb nicht mehr gut zu den unteren.


    71Retainer8063.jpg
    Wegen der verstärkten Beisskraft sind die unteren vier mit Draht fixierten Frontzähne drei Millimeter kürzer geworden. Sie haben sogar die Porzellankrone abgebrochen, und wegen ihnen ist schliesslich der obere Retainer zerbrochen.

    Maximaler Bruxismus

    39-jähriger Patient (22.08.2024 / 8063)

    Es ist eine eigene Kunst, Porzellankronen mit Komposit zu reparieren. Dazu kann man wie in diesem Fall das Porzellan mit vielen mechanisch wirkenden Retentionsrillen aufrauhen. Diese sind nötig, weil das Komposit am Porzellan nicht so gut klebt.


    73_Implantat1259.jpg
    Es konnte 2025 nur durch kräftige Verbiegungen entfernt werden.

    Implantat-Misserfolge

    85-jährige Patientin (30.06.2025 / 1259)

    Bruxismus, Zigaretten und die schwierige Mund­hygiene sind schuld an den Misserfolgen. Implantate


    74Vierer2688.jpg

    Gute Retention für das Komposit

    67-jähriger Patient (29.01.2026 / 2688)

    Der Patient hat einen ausserordentlich starken Händedruck, und es sind ihm schon zwei andere Höcker abgebrochen. Die palatinalen Höcker der oberen ersten Prämolaren werden wegen Hyperbalancen zur Seite gedrückt und brechen häufiger ab als die anderen.

    links: Der Prämolar mit dem abgebrochenen Höcker.

    rechts: Der 0.6 mm kleine Rosenbohrer verbessert die Haftung des Komposits. Dazu bohrt man mit ihm dem Rand des Defektes entlang eine Serie von kleinen Löchern. Diese bewahren die Füllung vor dem Abrutschen wie die Nägel einer Schuhsohle.


    75_Defektfraktur5278.jpg

    Defektfraktur

    36-jährige Patientin (27.01.2026 / 5278)

    Der lose Höcker wird entfernt und mit einer Drahtnetz-Verstärkung repariert.

    Rx-Bild abgebrochener Höcker

    77_Bisshebung8900.jpg
    Nach der Behandlung. Die Kontaktpunkte der Füllungen sind blau angefärbt.

    Bisserhöhung

    46-jähriger Patient (28.01.2026 / 8900)

    Zuerst wurde 6- erhöht, dann -6, dann 87-, dann -7 (Bild rechts unten). Der Patient bestätigte zwei Tage später per Email, dass er mit der neuen Bisslage gut zurecht kommt. 3 Wochen später 1+1, dann +234 und dann noch 32+ (Bild rechts oben). Zuletzt fertigte ich noch eine FOS-Schiene an.

    Arbeitzeit: 2+3 Stunden, Preis: 1'930 CHF

    Status

    80_Zerstoerung1422.jpg
    1
    6
    2
    3
    4
    5

    warmempfindlicher Zahnhals 6+ (2020)

    Tiefe Verzahnung der Seitenzähne

    Gespaltene Wurzel 4+ (2026)

    Lebenslang Zahnschäden

    75-jährige Patientin (03.02.2026 / 1422)

    Bei dieser Patientin hat der Bruxismus etwa 1 Zahn und 1 mm Zahnsubstanz pro 10 Jahre gekostet.
    Die Füllungen und Wurzelbehandlungen haben etwa 10'000 CHF und die Kronen, Brücken und das Implantat etwa 20'000 CHF gekostet.
    Diese Schäden sind mehrheitlich nicht wegen Karies, sondern wegen dem Bruxismus entstanden.

    Rx Wurzelfraktur 4+ (2026)    Brücke +345i (2017)

    Status             Zahnstatus (2026)


    Eine neue Gewohnheit lernen

    Wege zurück zur Ruheschwebe

    😊Neuronale Anker (Eine einfache Do-it-yourself-Technik bei Wachbruxismus)

    Wenn Patienten knirschen, pressen oder den ganzen Tag über immer wieder auf die Zähne beissen, dann führt dies unweigerlich zu Schmerzen. In der Nacht hilft eine Knirscherschiene (vorzugsweise eine FOS). Am Tag kann man mit der Anwendung eines neuronalen Ankers selber etwas dagegen unternehmen. Diese Methode wurde schon von vielen unserer Patienten erfolgreich angewendet.

    Es werden kleine (ca. 5 mm Ø) runde Aufkleber (Kopfform) als neuronale Anker verwendet. Die Aufkleber können aber auch grösser und in der Lieblingsfarbe sein. Wichtig ist, dass eine positive Verbindung zu der zu verändernden Haltung hergestellt wird. Der Patient wird gefragt, welches Zeichen für ihn oder sie am besten wäre um die Ruheschwebe der Zähne zu symbolisieren. Zum Beispiel ein lachendes oder lächelndes Gesicht (beim Lachen sind die Zähne auseinander), oder wenn man bei geschlossenen Lippen ein o formt (die Zähne sind auseinander). Dann wird das entsprechende Gesicht auf die Kleber aufgemalt. Zwei Punkte für die Augen, eine für die Nase und dann ein o oder einen lachenden Mund.

    Danach kommt die wichtige Verbindung zwischen Kleber anschauen und Wirkung. Die Patienten erfinden selber einen Satz, der sie beim Anblick des Klebers daran erinnert, die Zähne auseinander zu halten, also in der Ruheschwebe zu halten. Auf keinen Fall sollte der Satz lauten: "Zähne nicht zusammenbeissen". Das letzte Wort ist auschlaggebend für den erwünschten Gedanken. Also besser ist: "Zähne offen lassen" oder einfach "lächeln".

    Nun kommt die Instruktion, mehrere dieser Kleber zu basteln und überall dort zu platzieren, wo man oft hinschaut. Also mindestens: auf die Uhr, das Handy, den PC, Fernbedienung, Kühlschrank, an den Spiegel im Badezimmer/WC, Lenkrad usw. Je mehr, desto wirkungsvoller.

    Wenn die Patienten also z.B. auf das Handy schauen und den Kleber bewusst (mit der Zeit unbewusst) sehen und an den Satz „lächeln“ oder „Zähne offen lassen“ erinnert werden, dann wird ihnen bewusst gemacht, dass sich die Zähne in der Ruheschwebe befinden sollen und sie machen es sogleich. Je öfter, sie also daran erinnert werden, desto wirkungsvoller ist es.

    Eine Veränderung kann mehrere Wochen dauern. Ein Patient machte den Vorschlag: wenn ich mich an die grünen Kleber gewöhnt habe, dann kaufe ich orange Kleber, damit sie den Effekt weiter herbeiführen können.

    Weitere Do-it-yourself-Techniken zur Stressverminderung sind Meditation, Achtsamkeitsübung vor dem Schlafen, ein Spaziergang und Musikhören und viele mehr (siehe youtube).


    😊Habit-Reversal-Technik (verhaltenstherapeutischer Goldstandard)

    Beispiel bei Wachbruxismus:
    1. Früh bemerkenWar es Stress, am Steuer, Ärger, oder sonst eine Anspannung am PC/EMail?
    2. Kiefer lösenUnterkiefer locker hängen lassen, Zunge locker an den Gaumen legen, Lippen sanft aufeinander legen.
    3. Ausatmen und Schultern senkenUnd lob dich für jedes rechtzeitige Bemerken und Neu-Reagieren. Stichwort: 'locker lassen'
    4. WeitermachenAuch zuhause anwenden, an der Arbeit, bei anderem Stress, in Gesprächen usw.

    😊Autogenes Training (Eine tägliche 5-Minuten-Ruhelage-Übung mit leiser, ausklingender Musik)
    Ruhelage Training
    Mund auf

    Das Training für die Ruhelage braucht einige Wochen Übung.


    Gegen den Bruxerschmerz

    Ein heisser Umschlag, feucht-heisses Tuch oder ein Wärmebeutel auf der schmerzen Wange verbessert die Durchblutung und vermindert den Schmerz.

    Einen Korkzapfen über die schmerzende Wange rollen (Faszien-Rollmassage) und eine Dehnübung tun gut und massieren den Kaumuskel.

    Kaugummi-Verbot: Der Kaugummi trainiert die Kaumuskeln, statt dass diese ruhig bleiben. Er ist wie ein Trigger, der das Kauen auslöst und die Ruheschwebe verhindert.

    Magnesium beruhigt die Muskulatur. Bedenke: Stress, Zucker und Koffein erhöhen den Magnesiumbedarf.

    Medikamente: kurzfristig können Schmerzmittel und Muskelrelaxantien wie Ibuprofen und Diclofenac eingenommen werden. Aber langfristig sind die obigen Techniken besser als Medikamente.
    Botox-Injektionen wirken zwei bis drei Monate, dann muss man sie wiederholen (ca. 400 CHF pro Spritze).
    Jüngeren Patienten akzeptieren Medikamente oft lieber als eine Therapie.

    Die FOS-Schiene stoppt den Bruxismus so­fort. Sie ist rechts im Bild sichtbar (gelblich) und hält die hinteren Zähne auseinander. Nun befinden sie sich "in der Ruheschwebe", ob man will oder nicht, und können sich erholen.

    NTI-Schiene
    61-jährige Patientin (22.09.2025 / 5097) mit FOS-Schiene

    Ein guter Ratgeber gegen Muskelverkrampfungen und Knirschen ist hier: www.liebscher-bracht

    Verzicht auf alle Beiss-, Knirsch- und Nage-Trigger

    Auch eine Knirscherschiene kann ein Trigger wer­den (obwohl sie das Knirschen verhindert, fördert sie manchmal das Pressen), der Druckknopf eines Kugelschrei­bers, ein störender Zahnhöcker, ein Fingernagel, eine Rauhigkeit auf einer Kaufläche, eine Hautschuppe auf der Lippe usw.
    Bei Kindern mit vorstehenden Zähnen kann ein Bad habit entstehen, wenn sie mit der Unterlippe die oberen Frontzähne nach vorne schieben oder am Daumen lutschen. So kann sich der Zahnbogen verformen.
    Es gibt zahlreiche Apps und Hilfsmittel, Kurse, Fortbildungen und Therapien gegen schlechte Gewohn­heiten jeglicher Art.

    Tips für einen guten Schlaf

  • Kein Bildschirm zwei Stunden vor dem Schlafen. Dafür ruhiges Ausklingenlassen des Tages.
  • Atemübungen beim Einschlafen. Zum Beispiel mit der App "Ruhe" von der Garmin-Smartwatch. Sie startet gemächlich und steigert sich, bis man 4 Sek. einatmen, 7 Sek. anhalten und 8 Sek. ausatmen kann. So findet man den Schlaf.
  • Lesen am Abend im Bett. Keine Nachrichten, keine Push-Mitteilungen, keine Videos, nur der Roman oder das Buch mit den Kreuzworträtseln oder den Sudokus.
  • Einen Kuchen machen. Man liegt im Bett und stellt sich schön der Reihe nach jeden Handgriff und Arbeitsgang vor, den man bei der Zubereitung eines Kuchens machen würde.

  • 😊Meeresrauschen in Finale Ligure, Italien
    😊Verkehrslärm auf der Bahnhofstrasse in Kempten-Wetzikon, Schweiz
    😊Indoorspielplatz SpringDing, Reichenburg, Schweiz2
    Meeresrauschen

    Meeresrauschen hat eine nachweislich beruhigende Wirkung auf den Menschen. Der rhythmische Klang der Wellen senkt den Cortisolspiegel, fördert Entspannung, reduziert Ängste und wirkt wie eine akustische Massage für das Gehirn. Diese Geräusche signalisieren Sicherheit, überdecken störende Hintergrundgeräusche und wirken schmerzmindernd.
    Rhythmus und Herzschlag: Die Frequenz der Wellen entspricht oft einem ruhigen, entspannten Herzschlag, was das Nervensystem beruhigt.
    Wissenschaftliche Belege: Studien zeigen, dass das Geräusch Stress abbaut und die Gehirnaktivität in einen entspannten Zustand versetzt.
    "Blue-Space"-Effekt: Nicht nur das Geräusch, sondern auch die Farbe Blau und die weite Sicht (Blue-Space) entspannen die Psyche.
    Anwendung: Meeresrauschen wird häufig bei Entspannungsübungen oder zur Schmerzlinderung eingesetzt, etwa in Zahnarztpraxen. Es ist eines der effektivsten natürlichen Geräusche, um den Körper in einen Ruhezustand zu versetzen.

    Verkehrslärm

    Menschen in lärmigen Wohnorten haben mehr Stresssymptome und Kiefer- und Gesichtsschmerzen.

    Lärm über 55 Dezibel gilt als eine psychische Belastung.

    • 40-80 Dezibel = Meeresrauschen am Standstrand ohne resp. mit hohem Wellengang

    • 45 Dezibel = Flüstern
    • 55 Dezibel = normales Gespräch zu zweit (Zimmerlautstärke)
    • 65 Dezibel = lebhaftes Gespräch in Gruppe
    • 75 Dezibel = Verkehrslärm
    • 85 Dezibel = Indoorspielplatz
    Indoorspielplatz

    Durch lärmige Musik, Kinderschreie, schnelle Bewegungen und verführerische Turn- und Springgeräte werden die Kinder angeregt, sofort auch hektische Bewegungen zu machen. Die jungen Mütter wollen ihre kleinen Kinder instinktiv an diesen modernen hohen Stresspegel gewöhnen. Es ist unmöglich, bei einem solchen Hintergrundlärm ein Nickerchen zu machen, während dies beim Meeresrauschen gut denkbar ist.

    Kein Wunder, dass alle Soziologen, Psychologen, Versicherungen und Meinungsforscher einen weiteren Anstieg des Stress prognostizieren.


    Schlafanalyse mit der Smartwatch Garmin fenix 7X

    92Garmin.jpg

    Die Uhr registriert die Schlafphasen und hat ein Schlafprotokoll, einen Schlafcoach und viele weitere Funktionen. Bruxismus findet vor allem im Leichtschlaf in den Arousal-Phasen statt.

    Ein Schema der Schlafphasen Wach/REM/Leicht/Tief ist hier.

    Schlafapnoe und Schnarchen

    Mögliche Ursache des Bruxismus ist eine Schlafapnoe. In solchen Fällen kann eine Unterkieferprotrusionsschiene den Bruxismus vermindern und den Schlaf verbessern.

    Resmed Schnarchschiene Narval CC von Resmed

    Dentosophie: mit Freude und ohne Angst den Bruxismus loswerden

    Bei der Dentosophie muss man keine Angst vor einer Zahnbehandlung oder vor einer tiefgreifenden Psycho­analyse haben. Damit sich der M. masseter und der M. temporalis entspannen lernen, muss man vielleicht eine bessere Körperhaltung und Atmung zu angewöhnen.

    In der Schweiz ist gewiss die Praxis von Frau Dr. med. dent. Susanna Leu in Bern zu empfehlen. Sie hat das Buch von Michel Montaud übersetzt, dem Gründer der Dentosophie.
    Weitere Dentosophie-Therapeuten finden sich bei Dentosophie Schweiz.

    In Deutschland möchte ich besonders Frau Hilda Miryam Loewenstein in Frankfurt empfehlen. Sie kann bei ihren Klienten nach wenigen Wochen beobachten, dass die Entspannung der Kaumuskeln eine Diskus-Dekompression bewirkt, und zwar daran, dass die oberen und unteren Molaren sich nicht mehr ganz berühren. Dieses Phänomen verschwindet in den folgenden 3-6 Monaten automatisch von selber dank der Elongation der Zähne.
    Weitere Dentosophie-Therapeuten finden sich bei Dentosophie Deutschland.


    Psychotherapeutische Verfahren

    Die Psychotherapie sucht die Ursachen des Bruxismus, macht sie dann bewusst und findet eine entsprechende Therapie zur Verhaltensänderung. Dabei sind allerdings die Sympathie zum Psychotherapeuten und die Angstfreiheit vor ihm entscheidend für den Erfolg. Die Suche geschieht mit einer Gesprächsanalyse (Fragen nach wiederkehrenden Problemen, Gefühlen usw.), Assoziationstechniken und evt. auch mit einer Traumdeutung. Die Ursachen sind verborgen und persönlich. Vielfach sind es Erfahrungen in der Kindheit, Angst, Ehrgeiz, hoher Leistungsdruck, Stress, ein Kontrollwahn, sogar auch Langeweile und Freude an Arztbesuchen usw. Durch die Bewusstmachung und durch das Verstehen des Zusammenhangs zum Bruxismus wird dann eine Bearbeitung möglich und ein neues Verhalten eingeübt. Dieses ist tiefenpsychologisch, kognitiv oder eher somatisch orientiert.

    Tiefenpsychologische Ansätze sind sehr zahlreich und hoch interessant, siehe zum Beispiel Wikipedia: Tiefenpsychologie oder Wikipedia: Entwicklungspsychologie

    Kognitiv sind ERP-Techniken. Da hält man zum Beispiel die Zungenspitze 5 Sekunden lang an das Gaumendach. Dabei sind die Zähne ein wenig auseinander und bleiben die Lippen geschlossen. Danach kontrolliert man, ob alles gut gegangen ist. Diese Kontrolle der Harmlosigkeit der gebogenen Zungenspitze wiederholt man jede halbe Stunde. Die Absicht ist, sich so den Beissreflex abzugewöhnen.

    Somatisch sind TRE-Techniken, die Progressive Muskelentspannung, Feldenkrais, physiotherapeutische Übungen, usw.

    Die Dentosophie hilft mit einer weichen Balancer-Schiene, die Kaumuskeln, Lippen und Zunge zu entspannen. Dazu gehören auch Atem-, Kau- und Schluckübungen. Diese verbessern sogar die Körperhaltung. Die Gefühle bei den Übungen und die dabei gespürten körperlichen Veränderungen kann man natürlich am besten in einer angstfreien Umgebung, ohne Manipulationen im Mund und ohne tiefgreifende psychologische Analysen sich bewusst machen und besprechen.

    Diskus-Kompression   Diskus-Dekompression
    mit Molaren-Belastung  mit Molaren-Entlastung

    Diskus-Kompression

    Eine dentosophische Balancer-Schiene Balancer

    Copyright © 2026 Icon W. Weilenmann
    erstellt: 02.10.2024 - 26.03.2026