Karies und Zahnfleischentzündungen gehören zu den häufigsten Krankheiten. Schon vor 2000 Jahren wurden sie in Rom und Ägypten behandelt. Seither sind immer wieder neue Behandlungsmethoden erfunden worden. Aber welche ist die beste und die richtige? Man sagt „Frag drei Zahnärzte, du kriegst fünf Meinungen“.
Alle haben Vor- und Nachteile bezüglich Preis, Ästhetik, Schmerzhaftigkeit, Langlebigkeit, Kaukomfort, Behandlungsdauer, Heilungsdauer, Erfahrung, Einfachheit, Garantie usw. Bei allen hat man nur Vermutungen, und letztlich entscheiden das Bauchgefühl und Vertrauen.
Ein Hochangstpatient verweigert jede Zahnbehandlung und wartet ab, ob es nicht von selber heilt. Skeptische oder sehr sparsame Leute machen Selbstbehandlungen oder natürliche Behandlungen. Die meisten gehen den bequemsten Weg zur nächsten Klinik. Und die Reichen leisten sich luxuriöse Maximalbehandlungen.
Umgekehrt denkt der Zahnarzt an den Umsatz, an die handwerklichen Schwierigkeiten, was er gerne ausprobieren möchte, an die Werkzeuge und Materialien, die er gerade besitzt, usw.
Irritierend ist, dass Nicht-Behandlungen manchmal gesünder sind als Luxus-Behandlungen.
Die Dentophobie ist ein schwerwiegender Misserfolg der Zahnmedizin.
- Etwa 5 Mio Leute in Deutschland gehen wegen der Angst jahrelang nicht zum Zahnarzt.
- Etwa 20% der Menschen in Deutschland sind beim Zahnarzt Hochangstpatienten.
In der Schweiz sind etwa 10% der Patienten Hochangstpatienten.
In Griechenland verzichten etwa 25% der Leute auf Zahnbehandlungen, v.a. wegen den Unkosten.

Der kriechende Günsel ist ein Unkraut und kommt überall vor.
Er hat eine schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung, wenn man ihn auf das Zahnfleisch legt. Er wirkt durch das Zahnfleisch hindurch, gleich wie SNUS oder Zigaretten.

In Indien und Afrika gibt es mehrere grosse Städte, in denen es Strassenzahnärzte gibt. Sie arbeiten im Freien auf dem Trottoir, stillen Zahnschmerzen mit Kräutern und extrahieren zerstörte Zähne mit einfachen Zangen. Und sie können Zahnprothesen reparieren und anpassen.
Das Bild stammt von Marrakesch (Marokko) um 1985.
Auf dem Tisch des Zahnarztes liegen Dutzende von unteren und oberen Prothesen verstorbener Leute.
Im Bedarfsfall werden sie anprobiert, und die bestpassende dann angepasst und verkauft.
Auf dem Tisch liegen auch viele extrahierte Zähne.
Sie sind alle ohne Anästhesie auf diesem Marktplatz (Djemaa el Fna) gezogen worden.
Zur Schmerzunterdrückung werden lediglich einige Tinkturen verwendet.

Der Patient spürt immer wieder einen leichten Kauschmerz. Der Zahn hat aber keine Karies.
Der Zahnart sieht die beiden Schmelzsprünge und die minimal undichte Stelle unter der Füllung. Er erneuert die Füllung. Aber trotzdem entsteht wieder ein Kauschmerz und dazu noch eine Kaltempfindlichkeit.
Der Zahnarzt ersetzt die Füllungen mit einen anderen Material. Aber der Kauschmerz entsteht immer wieder, auch beim Kauen auf einen Kaugummi, wenn dieser noch hart ist.

Die Kaumuskeln sind die stärksten Muskeln. Beim Kauen enstehen ja nach der Geometrie der Kauflächen senkrechte schmerzfreie Normalkräfte oder aber auch waagrechte schmerzhafte Querkräfte.
Dem Zahn fehlen die Abflussrillen. Deshalb entstehen Querkräfte. Die beste Therapie ist das Einschleifen von Abflussrillen. Dann entsteht beim Kauen eine Normalkraft statt eine Querkraft.

Die Biomimetik ahmt natürliche Verstärkungen von Oberflächen nach.
Hier werden die Höcker gekürzt, der Schmelz sandgestrahlt und mit Chlorhexidin desinfiziert, dann das Dentin mit Flow bedeckt, allenfalls auch Glasfasern quer über die Risse gelegt und einpolymerisiert. Dann Abdruck und Onlay.
Kritik aus mechanischer Sicht: Der distopalatinale Höcker wurde chronisch überlastet. Deshalb ist der Riss entstanden. Wenn auch auf das Onlay eine Querkraft einwirkt, kann ein Misserfolg entstehen.
Die Verstärkung des Zahnes mit einer Gold- oder Prozellankrone ist eine weitere Idee.
Durch eine Wurzelbehandlung werden die schlimmsten Zahnschmerzen und die Kaltempfindlichkeit eliminiert. Allerdings wird ein Zahn ohne Nerv etwas brüchiger. Zudem verursachen wurzelbehandelte Zähne manchmal auch eine Herdinfektion.
Man könnte den Zahn extrahieren und die Zahnlücke mit einer Porzellanbrücke schliessen.
Ein Implantat ist stärker als jeder Zahn und kann nicht brechen. Allerdings hat das Implantat kein Abwehrorgan gegen Bakterien wie der Zahn. Deshalb muss man es immer sehr gut putzen, sonst fällt es wieder heraus.
Man könnte den Zahn extrahieren und eine relativ billige Teilprothese herstellen.